Versteckte Botschaften

9. Mai 2013

Im »ZEIT«-Interview mit Sexualpsychologe Christoph Joseph Ahlers gefallen mir gleich mehrere Dinge. Etwa die Vorstellung, dass Sex den Himmel auf die Erde holt. Oder das Eingeständnis eines Wissenschaftlers, über seinen Forschungsgegenstand zu staunen (bei allen – ebenso offen benannten – Problemen, wie etwa allseits verfügbarer Pornografie schon im Kinderzimmer). Oder die Fähigkeit, klassische therapeutische Grundmuster verständlich darzustellen.

Besonders viel Potenzial aber hat aus meiner Sicht die These: Sex ist zuvorderst und vor allem ein (manchmal gar das einzige!) Mittel emotionaler Kommunikation. Denn: Wenn das stimmt, dann ist Sex per se ja selbst dann kein Ego-Trip, wenn Würde und Gefühle der Mitbetroffenen (diese Norm ist ja größter gemeinsamer Nenner der meisten sexualethischen Konzepte) für egal erklärt werden. Auch dann noch werden Botschaften an das und die Gegenüber gesandt – wenn auch unbewusst und über die Maßen codiert. Ergeben sich da tragfähige Alternativen zum moralistisch-mahnenden Zeigefinger (der mir aus der Tasche zu schnellen droht, wenn etwa die neue »mach’s mit«-Kampagne subtil Sex und Ehe gegeneinander auszuspielen versucht …)? Wären manchmal einfach persönliche Rückfragen angebracht, nach dem Motto: »Worum geht’s dir wirklich?« »Was vermisst du?« »Was ist deine Sehnsucht?«

 

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