Vermasselte Langzeitstudie

7. Oktober 2009

Es sollte eine semiprofessionelle Langzeitstudie werden. Sollte.

Ende Juli: Ein Anruf. Ob ich »eine halbe Minute« Zeit hätte für ein kleine Umfrage? Ich kann dann nicht einfach auflegen. Und in diesem Moment hatte ich sogar die drei Minuten, die letztlich nötig waren. Die Fragen wusste ich schon am nächsten Tag nicht mehr. Irgendwas mit Wirtschaft und Finanzen. Die letzte Frage: »Dürfen wir Sie wieder anrufen?« »Ja, warum nicht?« Ich habe ein Herz für empirische Studien…und werde genau Buch führen.

Mitte August: Eine unbekannte Stuttgarter Nummer auf dem Display. Ich bin dann gerne pingelig…und rufe zurück. Komme nicht durch.

Einen Tag später: …ist auch nicht nötig. Wieder ein Anruf. Erneut eine »kleine« Umfrage. Diesmal schon etwas eindeutiger: »Wissen Sie, dass Sie sechs Monate im Jahr für das Finanzamt arbeiten?« »Ja, klar.« »Und finden Sie auch, dass unsere Steuern zu hoch sind?« (Hört, hört – gleich so tendenziös…!) »Nein, finde ich nicht. Das ist schon in Ordnung so.« Enttäuschung dringt mir entgegen. Aber wenn es gesetzliche Möglichkeiten gebe, Steuern zurückzubekommen, dann würde ich die schon nutzen wollen? »Na – wir wollen mal nicht so sein«, denke ich: »Ja, schon.« Diesmal wird um die Erlaubnis gebeten, später eine »persönliche unverbindliche Beratung« durchführen zu dürfen. Ich willige ein. Und beschließe, ganz genau Buch zu führen. Vielleicht bringt das etwas Dunkel in die ominöse Call-Center-Weite? (Meine Kontonummer werde ich natürlich nie rausrücken…)

Ein paar Tage später: Wieder eine Nummer auf dem Display – dieselbe. Das Dumme: Wir sind in Tansania. Und die nächsten drei Wochen über in Afrika. Schade, das war’s dann wohl…

 

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