Doppelt bedient

5. August 2010

Neulich Gestern in der Apotheke.

Ich: Ich bräuchte einmal »Imodium akut«.

Sie (= die Apothekerin): Für zu Hause oder für unterwegs?

Ich: (Einigermaßen überrascht, dass es da einen Unterschied gibt.) Für unterwegs.

Sie: Wo und wie lange?

Ich: Tansania, vier Wochen.

Sie: (Undefinierbarer Laut, irgendwas zwischen »Ups« und »Autsch«, gleichermaßen Erschrecken, Empörung und Mitleid ausdrückend.)

Was folgte, war eine selten miterlebte Mischung aus Für-Dumm-Verkaufen (»Haben Sie schon an Malariaprophylaxe gedacht?« – Ach nee – zufällig habe ich unsere Rezepte mitgebracht…), imperialistisch-rassistischem Überlegenheitsgehabe (»Da unten sind über 50 Prozent der Medikamente gefälscht.«), dubiosem Halbwissen (»XY verkauft keine imprägnierten Moskitonetze!« – Mittlerweile offenbar schon…) und spitzfindiger Besserwisserei (»Da müssen Sie unbedingt noch da und da nachschauen«).

Am Schluss war ich gleich doppelt bedient. Und habe viel über vergleichbare Situationen in meinem Alltag gelernt: Auch, wenn ich mal was besser weiß (oder besser zu wissen meine): Eine andere Person an die Wand zu reden, ist immer die schlechteste Lösung.

Und: Für den nächsten Besuch in besagter Apotheke werde ich mich bestens präparieren… Na warte.

 

Ein Kommentar zu “Doppelt bedient”

  1. Alex meint:

    Bekanntlich macht der Ton ja die Musik und ich kann mir die Bedienung lebhaft vorstellen. ABER: Auch wenn ich mich nicht auf konkrete Prozentzahlen versteifen will, stellen gefälschte Medikamente nicht nur in den Entwicklungsländern Afrikas ein massives Gesundheitsproblem dar und gelten als ein erheblicher Faktor in der Entstehung von Resistenzen ggü. wichtigen Wirkstoffen, u.a. was den Malaria-Erreger betrifft. Soviel informiertes Halbwissen dazu von meiner Seite :)

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