Zuversicht für Todgeweihte

24. August 2012

Die Deutschen taten sich insgesamt schwer mit Dietrich Bonhoeffer (um den es im zweiten Part der diesjährigen Zuffenhäuser Predigtreihe ging), auch nach dem Krieg noch. Auf eine Phase unbeholfener Abgrenzung folgten einigermaßen peinliche Vereinnahmungsversuche. Während sich der bayerische Landesbischof Hans Meiser 1953 noch geweigert haben soll, an der Anbringung einer Bonhoeffer-Gedenktafel im ehemaligen Konzentrationslager Flossenbürg teilzunehmen, rief Bundeskanzler Helmut Kohl Anfang der 80er Jahre ausgerechnet die anwesenden Finanzleute bei einem Deutschen Bankentag zu Bonhoefferscher Zuversicht auf:

Was im Konzentrationslager Flossenbürg möglich war, müsste heute auf einem Bankentag oder anderswo auch möglich sein.

… nämlich am Abend vor der Hinrichtung …

 

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