Zukunfts-Frage(n)

6. Januar 2014

»O Gott, was kommt da auf mich zu?« Hat Hannes Leitlein schon vor Weihnachten in »Christ & Welt« gefragt. Sein Beitrag – die umfassende Kritik eines potenziellen zukünftigen evangelischen Pfarrers an seiner Kirche – »hat reingehauen«. Und eine Vielzahl von Reaktionen provoziert. Gut so!

Ich selbst erlebe mich meistens sehr zurückhaltend in solchen Grundsatz-Debatten. Spontan stimme ich vielen Veränderungs-Vorschlägen zu. Aber auch den Gegenpositionen kann ich meistens noch etwas abgewinnen. Weg mit den vielen leeren Gebäuden! Aber dann verliert christlicher Glaube doch seine symbolische Präsenz … Wir brauchen mehr Profilgemeinden! Aber die klassische Parochie hat doch auch ihren Sinn … Florierende Projekte sollen besser finanziert werden! Aber wer entscheidet über Erfolg und Misserfolg in Gottes Reich …?

Um so aufregender finde ich es, in den letzten Wochen und Monaten immer wieder an derselben Überlegung hängenzubleiben: Wozu genau bin ich als Pfarrer da? Könnte das eine, wenn nicht die Schlüssel-Frage sein, auf der Suche nach einer relevanten Kirche der Zukunft? Nicht, weil Pfarrer(innen) die wichtigsten kirchlichen Mitarbeiter(innen) sind, sondern weil sie es gerade nicht sind?! Weil wir eine fatale Schräglage dekonstruieren müssen? Könnte das der auslösende Stein für eine heilsame Kettenreaktion sein, also nicht nur für das von Leitlein drastisch demonstrierte Nachwuchs-Problem?

 

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