Zerbrochen

11. Juli 2014

So langsam legt sich die freudige Benommenheit von Dienstag Nacht, weicht gespannter Erwartung auf das Finale am Sonntag (mein Tipp: ein überragendes 4:0 …). Und in Gedanken bin ich noch bei den Brasilianern. Die beim 1:7 ja nicht nur sportlich, sondern auch emotional völlig in sich zusammengebrochen sind. Ob da auch das Gesamt-Dilemma dieser Fußball-Weltmeisterschaft durchschimmert? Der gewaltige Aufwand, die heftigen Proteste, die politischen Missstände, … all das wollte man vergessen machen mit einem Erfolg der Heimmannschaft. Zwanzig unerfahrene Jungs, die wenigsten 30 Jahre alt. Die man künstlich überhöht hat – fast ausschließlich auf der Gefühls-Ebene. Gipfelnd im Hype rund um Superstar Neymar – vielleicht war sein tragischer Ausfall doch der Anfang vom Ende?

Das öffentliche Beten der Brasilianer – man kann darin einen Teil des Problems sehen (»Wenn du betetst, dann nicht nach einem Sieg im vollen Stadion vor laufenden Kameras. Warte, bis das Flutlicht aus ist, und geh in die Kabine« – Bergpredigt oder so). Aber vielleicht liegt darin gerade die Chance zum Neuanfang. Jedenfalls dann, wenn man – wie David Luiz, Luiz Gustavo & Co. am Dienstag – auch nach einer 1:7-Niederlage betet. Damit die Unterscheidung zwischen Fußball-Gott und Gott demonstriert. Und sogar den 11FREUNDE-Liveticker-Kommentatoren verwirrt …

 

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