Zensur auf Zeitgenössisch

31. Mai 2012

Das Verhältnis zwischen christlichem Glauben und säkularer Kunst wirkt nicht immer ganz spannungsfrei. Was man auf die gelegentlichen Kollisionen der künstlerischen Freiheit mit dem Recht auf freie Religionsausübung zurückführen kann. Aber vielleicht auch auf die Beobachtung, dass Christen dann gerne öffentlich die Opferrolle einnehmen, manchmal auch etwas vorschnell.

Jetzt aber macht sich – in einem etwas anderen Fall – ausgerechnet die künstlerische Leiterin der zeitgenössischen »documenta« daran, das Gegenteil zu demonstrieren: Carolyn Christov-Bakargiev fühlt sich »bedroht« – von einer Skulptur des Bildhauers Stephan Balkenhol, die gut sichtbar im der Turm der katholischen Sankt-Elisabeth-Kirche steht.

Eine positive Symbiose von Kirche und Kunst, und das auch noch in Kassel, der »documenta«-Heimat, … das geht natürlich nicht. Und zum Erhalt der Deutungshoheit darf man schon mal zum guten alten Mittel der Zensur greifen. Und zwar gar nicht zum ersten Mal, wie inzwischen bekannt wurde

 

4 Kommentare zu “Zensur auf Zeitgenössisch”

  1. birgit meint:

    Sehr unangenehm. Die diesjährige Documentd-Leiterin scheint wohl eine Religionsphobie zu haben. *kopfschüttel*

  2. Frau Auge meint:

    Hab Grade mich bezüglich der Documenta weitergebildet. Das Thema dieses Jahr ist: der Mensch steht nicht im Mittelpunkt. Sondern die Natur. Und da ist eine menschliche Figur in dieser Höhe schon ein Signal. Noch dazu von unserer Religion, deren Anthropozentrismus ja nicht nur Segen gebracht hat.
    Die Ausgrenzung des Themas Religion finde ich aber nach wie vor problematisch.

  3. Daniel meint:

    … danke für den Hinweis! Das wäre ein (gutes) Argument. Aber dann hätte die Gutste das halt auch sagen können … Anstatt von (persönlicher?) Bedrohung zu faseln.

  4. Frau Auge meint:

    Find ich auch. Und warum das evangelische Projekt torpediert wurde, verstehe ich immer noch nicht…

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