Wochenend-Wahn

28. August 2007

Heute kam per Post die Bestätigung: Bin wieder Mitglied. Bei der GEZ. Und wieder Teil der deutschen Radio-Gemeinde. Das heißt: Musik, Nachrichten, Infos, so lange man es aushält. Und zwischendurch immer wieder dieselben Floskeln: »Wochenendfeeling pur« – »Unsere Ideen für’s Wochenende!« –»Mit uns noch schneller ins Wochenende!«

Wochenende hier, Wochenende dort. Und das möglichst gleich ab Montag morgen.

Implizit, zwischen den Zeilen, soll das wohl in etwa Folgendes heißen:

  • Arbeiten ist doof.
  • Tage ohne Party sind uncool.
  • Beileid an alle, die ihr Geld nicht selbst arbeiten lassen.

…und dagegen wehre ich mich entschieden. Ja, ich liebe es, am Wochenende auszuschlafen (siehe den Beitrag zum Thema). Ja, ich genieße es, samstags meiner Fußball-Leidenschaft erst passiv am Radio, dann aktiv auf dem Platz…und dann wieder passiv vor dem Fernseher nachzugehen. Ja, ich freue mich, wenn der Tagesablauf nicht strikt vorgeschrieben ist (was bei Studenten allerdings auch unter der Woche selten der Fall ist, zugegeben).

Und doch – ich mag meinen »Job«. Mein Studium ist, so anstrengend es manchmal ist, keine lästige Randerscheinung. Arbeiten macht Spaß! Es gehört zum Menschsein dazu. Nach acht Wochen Urlaub fühle ich mich nutzlos. Und in meinem Fall ist das mit Sicherheit keine schwäbische Marotte.

Vielleicht sollte man auch mal an die Hartz-IV-Empfänger denken, die andauernd Wochenende haben…und liebend gerne arbeiten würden.

Es mag fies sein, den Schwarzen Peter den Radiomachern zuzuschreiben. In deutschen Büros, Fabriken und Schulen ist die Stimmung unter der Woche vermutlich ganz ähnlich. Aber um so mehr Verantwortung haben die Medien, oder nicht?!

 

Deine Meinung?!