Wirres Wechselspiel

26. Dezember 2011

Wenn endlich, dann richtig: Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten waren wir im Stuttgarter Opernhaus. Diesmal tatsächlich in einer Oper: »Figaros Hochzeit« – bzw. (die Stuttgarter Inszenierung kommt in Originalsprache und deutschen Übertiteln daher) »Le nozze di Figaro« von Wolfgang Amadeus Mozart. Vorab: Die Inszenierung ist klasse.

Zu Kindertagen war mir das Stück schon mal sehr vertraut gewesen: Der »Holzwurm der Oper« – mit der knarzigen Stimme Ilja Richters und unterstützt durch seine Gefährtin Motte aus dem Kostümfundus – hatte mich damals ausführlich in Handlung und Musik diverser Mozart-Opern eingeführt (die teils nicht arg kindgemäßen Inhalte hin oder her). Und obwohl sich die entsprechende Kassette vorher nicht mehr auftreiben ließ (nachträglich bekam ich dann gleich fünf Folgen der Serie auf CD zu Weihnachten …), kamen mir doch erstaunlich viele Details wieder in den Sinn. Da war es auch nicht weiter tragisch, dass sich das skurrile Versteckspiel von Page Cherubino und Graf in Susannas Zimmer bei den Stuttgartern nicht rund um einen Lehnstuhl, sondern auf der Toilette abspielt …

Verwirrend bleibt das Finale mit seinen bizarren Vertauschungen und Verwechslungen. Wie war das jetzt nochmal genau? Die Gräfin verkleidet sich als Susanna. Trotzdem macht sich Cherubino – der sich eigentlich in die Gräfin, darüber hinaus aber in alle Frauen verguckt hat – an sie ran. Das wiederum gefällt dem Grafen nicht, der mit Susanna verabredet ist. Seine Ohrfeige trifft versehentlich nicht Cherubino, sondern den ebenfalls auf der Lauer liegenden Figaro. Letzterer will die Gräfin über die Pläne von deren Gatten informieren, gerät dabei aber an seine Frau Susanna, die in den Kleidern der Gräfin unterwegs ist. Als er seine Braut erkennt, spielt er das Spiel mit, schmachtet vor der vermeintlichen Gräfin – und freut sich über die Ohrfeigen seiner empörten Frau. Denn die sind – wie sagte es noch der Holzwurm so schön – »Zeichen der Liebe« …

 

Ein Kommentar zu “Wirres Wechselspiel”

  1. Tety meint:

    Die Vorstellung von “La nozze di Figaro” im Stuttgarter Theater am 25.12 durfte ich miterleben. Ich war begeistert von der Inszenierung! Vor allem der Part der Susanna hat mich beeindruckt.

Deine Meinung?!