Wer sind wir?

15. August 2012

Wenn wir Christen in ein neues Leben hinein auferstehen, … welches Alter hat dann unser neuer Leib? Ist er so alt wie ein neugeborenes Kind? Oder so alt wie ein hochbetagter Greis? Die Theologen der hochmittelalterlichen Scholastik sollen sich massiv gestritten haben über diese Frage, … um sich dann auf einen interessanten Kompromiss zu einigen: Unser Auferstehungsleib hat das Alter von Jesus kurz vor seinem Tod. Gute 30 Jahre also …

… so grotesk diese Debatte vielleicht anmutet, – die Frage dahinter ist hochspannend: Wer sind wir eigentlich, wenn sich unser Körper ein Leben lang fortentwickelt? Wenn sich dabei unser organisches »Material« regelmäßig komplett austauscht? (Von unserem Charakter, Bewusstsein usw. mal ganz zu schweigen!) Wo haben wir dann unseren Kern, unser innerstes Wesen?

Die Frage nach der Kontinuität unserer Person vor und nach dem Tod – die mich vor gut vier Jahren im Rahmen des Ersten Examens beschäftigt hat – reicht da hinein ins Hier und Jetzt. Die Antwort bleibt in meinen Augen dieselbe: Die bleibende Identität eines Menschen wird allein bei Gott, in Gottes Gedächtnis aufbewahrt. Da liegt das entscheidende Kontinuum. Und genau da haben auch unsere Beziehungen zu und mit anderen Menschen ihren Ausgangspunkt. Die sorgen nämlich auch für Kontinuität. So sehr wir selbst uns verändern mögen.

 

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