Wer »A« sagt, …

15. Januar 2008

Irgendwann musste es so kommen. Als stolzer (Fast-)Auto-Besitzer – und mit der Aussicht auf einen Beruf, in dem man relativ viel unterwegs ist – bin ich ADAC-Mitglied geworden. Judith und ich profitieren vom günstigen Partner-Tarif – und von einer Werbe-Prämie für den gemeinsamen Haushalt in Stuttgart…

Vor ein paar Tagen kam dann die erste Ausgabe des hauseigenen Club-Magazins. Und ich musste schon etwas schlucken. Gleich im Editorial die programmatische Feststellung: »[N]ach wie vor gilt die Forderung des ADAC: Autofahren muss billiger werden – und nicht teurer.« Hmm. So pauschal würde ich das eigentlich nicht unterschreiben (auch wenn es aus Gründen des Umweltschutzes natürlich richtig wäre, erst mal kräftig bei den Billigflug-Anbietern abzukassieren). Ist schon gut, dass Fahrradfahren immer noch die günstigste Lösung ist… Ebenso eindeutig eine zweite Positionsbestimmung: Die im Rahmen der IAA organisierten »Klimaschwein«-Aktionen von »Greenpeace«, die ich eigentlich ganz sympathisch fand, werden ein paar Seiten weiter gründlich kritisiert.

Na ja. Werde um so aufmerksamer verfolgen, was die »Partei der Bleifüße« (O-Ton meines Vaters) in Zukunft so von sich gibt.

 

14 Kommentare zu “Wer »A« sagt, …”

  1. Jona meint:

    Tja das ist eben der ADAC. Ich kann die Forderungen teilweise auch nicht unterschreiben, dennoch würde ich, wenn ich Autofahrer wäre auf alle Fälle in den ADAC eintreten. Zum einen ist man so auf der sicheren Seite und das zu vergleichsweise günstigen Konditionen.
    Zum anderen finde ich das Heft ganz informativ. Wo sonst bekommt man die neuesten Antriebstechniken auch für Laien verständlich erklärt? Wo sonst findet man Antworten auf die Fragen, ob Autos explodieren können und ähnliches.
    Dass der ADAC wohl nie für weniger Autofahren, für Greenpeace oder eine Autobahnmaut eintreten wird, muss man eben hinnehmen.

    Am Besten ist natürlich man braucht den ADAC gar nicht, deshalb “allzeit gute Fahrt” (um es mit Jonny Hill zu sagen)

  2. martin meint:

    verkehrt ist es auf keinen fall. das erzählen ja schon die mittlerweile wieder – dank des adac – gesunden menschen, die beim tauchurlaub am baikalsee oder in mallorca per privatjet innerhalb von 24 stunden evakuiert wurden. heim ins r… – und wenn sie zu spät kommen, gibts an bord dann das aktuelle magazin mit ausreichend angeboten für treppenlifte und elektrische rollstühle. darüberhinaus unterstützen wir mit unserem beitrag ja auch die vielen mitarbeiter. hab sie gott sei dank auch noch nie gebraucht.
    was umweltfragen angeht: es ist alles ne schwierige angelegenheit. immerhin spielen hier die globale chemie, mannigfaltiges unwissen, subjektiv betrieben politik, die neoökoreligion um al gore und diverse medienhypes wichtige rollen. wir sind von den muselmenschen abhängig und füllen mit jedem liter die rentenkasse. hier stimmt doch was nicht – bzw. lauern die gefahren. heutzutage ist das abgas moderner fahrzeuge um 97% sauberer als noch 1990 (im heavy-duty – bereich). in den bösen usa herrschen beim arni übrigens die strengsten regelungen.

  3. Jona meint:

    Das Problem ist ja, dass trotz Al Gore (den man natürlich auch kritisieren kann oder sogar muss) viele Leute immer noch nicht genug Umweltbewusstsein entwickelt haben.
    Dass die deutsche Autoindustrie statt alternativer Energien das Hauptaugenmerk immer noch auf Statusmobile setzt, kann man kritisieren, aber das Problem ist doch, dass es genügend Leute gibt, die diese Spritfresser kaufen und auch fahren. Wenn man zusätzlich betrachtetn was für kurze Strecken teilweise mit dem Auto zurückgelegt werden, dann kann ich nur sagen der Sprit kann nicht teuer genug sein.

    Aber eigentlich soll es hier ja um den ADAC gehen.

  4. Daniel meint:

    …na ja – und gerade der ADAC wäre halt die letzte Instanz, die was gegen Statusmobile hätte, würde ich mal pauschal behaupten…

  5. martin meint:

    als konsens aus allen quellen, die uns mit der thematik trifft kann man sagen, dass ein stärkeres umweltbewusstsein geschaffen werden muss. aber gerade auch unsere muslimischen mitbürger, die gerade die spritfresser kaufen und als statussymbole nutzen, sind diejenigen (hab ich gestern in einer fernsehsendung gesehen), die kein großartiges bewusstsein für ressourcenschonung und so haben. natürlich sind auch billigflieger mitunter merkwürdig: 2 halbvolle aircrafts starten von 2 unterschiedlichen flughäfen in london nach berlin und landen zeitgleich.
    was die automotive branche betrifft: wer von uns würde sich in ein auto setzen, wo zwei leute reinpassen und das sch*** aussieht? aber: hier wird auch intensiv geforscht. effiziente verbrennung, damit einhergehende wirkungsgradverbesserung durch eine leistungssteigerung pro liter hubraum etc. sind meilensteine, die auch zur umweltschonung beitragen. auch wenn es nicht so aussieht. vw hatte einst den 3liter-lupo gebaut, der aber keinen erfolg hatte, weil zu teuer. tja – entweder investiere ich als verbraucher in ein umweltfreundliches auto (wenig verbrauch, verwendung umweltschonender werkstoffe durch recycling, keine klimaanlage) oder nicht. gute alternativen sind da schon der loremo o.ä.

  6. Daniel meint:

    Hmm…meinst du echt, man kann da einen Unterschied machen zwischen muslimischen und “normalen” (d.h. in Deutschland wohl: “volkskirchlichen”) Autofahrern?!

  7. Jona meint:

    Ich denk auch, dass man da keinen Zusammenhang herstellen kann…

    Beim Thema Flugzeuge stimme ich dir natürlich zu und ein erster wichtiger Schritt wäre sicher eine höhere Besteuerung von Kerosin.
    Dass die Bahn ihre Preise immer weiter steigert sorgt sicher auch nicht für ein erhöhtes Umweltbewusstsein. Wenn ich für 19€ nach Berlin fliegen kann, dann überleg ich mir doch dreimal, ob ich in den teureren und langsameren Zug steige.

    Da du das Thema Lupo ansprichst. Offiziell wurde die Produktion ja eingestellt, weil die Verkaufszahlen zu gering waren. Es wurde VW aber mehrfach unterstellt den Preis für den Lupo bewusst so hoch zu halten, um das Projekt zum Scheitern zu bringen, um dann sagen zu können man habe es ja versucht, aber der Vebraucher sei eben nicht darauf angesprungen.

    Zum Aussehen: Für mich persönlich ist ein Auto ein Fortbewegungsmittel – nicht mehr und nicht weniger. Natürlich gibt es schönere und weniger schönere Autos, aber ich würde trotzdem auch in ein hässliches Auto einsteigen bzw. mir eines zulegen, wenn damit der Umwelt mehr gedient wäre, als mit einem schicken, aber verbrauchsstarken.

    Grundsätzlich aber eignen sich grade Städte wie Tübingen oder Freiburg ideal zum Rad fahren und damit schont man nicht nur die Umwelt….

  8. martin meint:

    ihr habt sicher recht, dass muslimische menschen und normale im spritfresser keinen unterschied machen. fakt ist aber, dass diese fahrzeuge bei diesen menschen stark genutzt werden und die damit vielleicht auch umdenken sollten. vielleicht denke ich da etwas konservativ in bezug auf die islamische bedrohung. – das war zum teil auch ironisch gemeint. – so ähnlich wie die neue eisbärin “muhammedina” zu nennen.

    mit dem aussehen meinte ich eher sowas: http://www.volkswagen.at/…/text_pic/2025728709.jpg – wenigsitzer, wenig verbrauch, kein stauraum. das widerspricht ja der mobilität irgendwo. zumindest hier in der ehemaligen ddr. ich würde mir keinen vw kaufen, weil deren arbeit in dieser richtung etwas komisch ist: autos tieferlegen oder miniautos bauen, damit sie weniger verbrauchen ist ne mehr als einfache möglichkeit. bmw ist da bspw. schon mit dem efficient dynamics – programm wesentlich weiter (grünes lenkrad). für ökomenschen sind ja elektroautos ne alternative, die dann mit strom aus atomkraftwerken betrieben werden. der markt ist halt im umbruch und dann gibts viele alternativen. und nicht jede ist für jeden und überall gleich gut einsetzbar. die krux: ich hab sowas wie einen lupo: er heißt nur arosa und verbraucht günstig und ich nenne ihn muhammed. *lach*

    bringt eine erhöhung des finanzflusses in richtung rentenkasse wirklich ein umdenken? – wäre es nicht sinnvoll, dass das in die entwicklung neuer technologien gesteckt wird? – ein radikales umdenken meiner meinung nach ist wahrscheinlich nur durch ein embargo möglich. wenn der ölhahn zugedreht ist, dann wird man sich zweimal überlegen, mit dem auto zum briefkasten zu fahren. auf der anderen seite treiben höhere kraftstoffpreise alles in die höhe. die folge sind dann wahrscheinlich: proteste auf allen seiten. nur die rentner freuen sich, weil sie sich mehr leisten können. in der schule hab ich mal was von “manövrierunfähigen parteien” und “politikverdrossenheit des deutschen volkes” gehört. mein friseur meinte mal, dass ne revolution nicht schlecht wär. irgendwie alles deprimierend.

  9. Jona meint:

    Ich kann den Link nicht aufmachen :-(

    Aber vielleicht fragen wir einfach mal den Daniel, der hat doch jetzt (zumindest anteilig) einen Lupo.

  10. martin meint:

    *lach* genau. ja ups sorry mit dem link. das vehikel schaut so aus: http://www.volkswagen.at/files/at/element/text_pic/109386860.jpg

    worum gings hier eigentlich nochmal? – ach ja: wer A sagt, muss auch DAC sagen ;-)

  11. Jona meint:

    Das Auto erinnert vom Design her ja schon an die guten alten Elektroautos, die ne Zeit lang auch mal in Mode waren. Ich hatte mal einen Geschichtslehrer, der ist mit so einem Elektroauto in die Schule gefahren. Womit wir auch schon bei den Einsatzmöglichkeiten solcher Vehikel angelangt wären:
    Du hast natürlich recht: wenn ich in den Urlaub fahre, einkaufen gehe oder einfach nur einen Familienausflug machen will, dann ist so ein Gefährt natürlich recht unpraktisch. Aber wenn ich sehe wie viele Leute morgens auf dem Weg zur Arbeit allein in ihrem Auto sitzen…
    Außerdem geht es ja auch darum, dass es völlig in Ordnung ist, wenn eine mehrköpfige Famili zum Beispiel ein größeres Auto fährt. Das Problem ist in meinen Augen aber das zum Beispiel in den letzten Jahren diese sogenannten SUV unglaublich zugenommen haben. Und ich frage mich wer braucht so ein Auto. Ich sag mal 99,9% der SUV-Besitzer fahren damit nur auf normalen Straßen herum. Und da sind solche Spritfresser natürlich nicht unbedingt das Gelbe vom Ei.

    Zum Thema ADAC nochmal. Ich glaube nicht, dass wer A sagt auch B (bzw. in diesem Fall DAC) sagen muss. Ich kann ja in einen Verein eintreten, auch wenn ich nicht mit allen vom Verein vertretenen Positionen übereinstimme. Außerdem zeigen die Leserbriefseiten der “motorwelt” doch, dass es durchaus auch Widerspruch gibt (gerade in solchen Fragen).
    Was ja auch nicht verwundert, schließlich ist der ADAC mit 15 Millionen Mitgliedern Europas größter Automobilclub.
    Außerdem finde ich, wie oben bereits angedeutet, dass gerade in der “motorwelt” auch solche Themen wie alternative Antriebe aufgegriffen werden und die Tipps von Walter Röhrl (die es so weit ich weiß ja nicht mehr gibt :-( ) waren ja zumindest teilweise auch auf umweltpolitische Themen bezogen (Motor aus an Schranken/Ampeln, spritfahrendes Fahren im Stadtverkehr, etc.)

  12. Jona meint:

    ganz interessant auch folgender Link:

    http://magazine.web.de/de/themen/auto/aktuell/detroit-motor-show/5236362-Sportwagen-mit-Oeko-Image-Ferrari-F430-tankt-Bio-Ethanol,cc=0000078891000523636212E4Hr.html

  13. Daniel meint:

    Hmm…das scheint eine fixe Idee zu sein: Die zweite Zeitschriften-Ausgabe, die ich zugeschickt bekomme…und wie lautet der letzte Satz des Editorials?! »Mobilität muss billiger werden – und nicht teurer.« Grrrrrrr…

  14. Daniel meint:

    Die nächste Ausgabe, das nächste Pamphlet: Diesmal wird die böse deutsche Klimapolitik abgewatscht, die sich einer »Verteufelung der individuellen Mobilität« schuldig mache. Na ja. Ab ins Altpapier.

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