Wahl-Wirren und Wahl-Wunder

31. Dezember 2010

Die Elfenbeinküste versinkt im Chaos. Laurent Gbagbo, abgewählter Alt-Präsident (zu allem Überfluss auch noch Christ…) will seine Niederlage in der Stichwahl von Ende November nicht wahrhaben. Sieger Alassane Ouattara sitzt vorerst auf dem Trockenen. Die internationale Staatengemeinschaft hat reagiert. Unter anderem hat Frankreich kurz entschlossen das Regierungsflugzeug einbehalten. Trotzdem: Ein Bürgerkrieg droht. Über 170 Menschen sind schon ums Leben gekommen. Tausende fliehen.

Alles wie gehabt also? Typisch Afrika?

Von wegen. Direkt nebenan hat auch Guinea gewählt – zum ersten Mal nach über 50 Jahren. Klarer Favorit der Stichwahl war Cellou Dalein Diallo, Angehöriger der größten ethnischen Gruppe. Gewonnen hat Oppositionführer Alpha Condé. Und was passiert? Condé wird vereidigt, ernennt seine Regierung, … Da spricht sogar die säkulare »Fokus Afrika«-Redaktion von einer »neuen Ära« (wenn auch noch mit Fragezeichen) – und von einem »Wunder«.

Hoffen wir, dass letzteres Beispiel Schule macht. In Afrika und anderswo. 2011 und die weiteren Jahre.

 

Deine Meinung?!