Volkswagen-Verschleppungsdienst

5. Oktober 2013

Es war kein heftiger Aufprall. Aber für einige Kratzer vorne links reichte es dann doch. Unser Unfall»gegner« war schuld und versichert – beim Volkswagen Versicherungsdienst unter dem Dach der renommierten Allianz. Keine aufwändige Sache also. Dachten wir. Das war Ende Juli.

Die seitherige Posse schreit nach Veröffentlichung. Lange habe ich mit dem Gedanken gespielt, mich dafür extra bei diversen Bewerbungsportalen anzumelden. Aber dort kommt besagte Versicherung ganz ohne mich schon schlecht genug weg. Und auch dieser Blog-Beitrag wird es in den Suchmaschinen-Rankings nach oben schaffen, denke ich doch (auch dank geeigneter Stichwörter: Achtung, Warnung, nicht empfehlenswert) …

Anfang August: Der Schaden wird auf dem Postweg zeitnah gemeldet, inklusive Schadenfotos.

Wenige Tage später: Ein von uns eingeholter Kostenvoranschlag wird nachgereicht.

Mitte August: Unserem Unfallgegner wird die Schadennummer genannt.

Anfang September: Wir fragen telefonisch nach. Am anderen Ende der Leitung weiß man zwar von dem Schaden, … nichts aber von Fotos oder Kostenvoranschlag. Ob man beides noch einmal abschicken könne, diesmal per E-Mail (»… dann geht es schneller«)? Ja, man kann …

Wenige Tage später: Wir erhalten ein standardisiertes Schreiben mit der Aufforderung, Fotos vom Schaden einzusenden. Am Telefon teilt man uns mit, dieser Brief sei selbstverständlich gegenstandslos. Von einer eingegangen E-Mail weiß man allerdings nichts. Ob die mitgeschickten Anhänge zufällig größer gewesen seien als 5 MB? Ja, zufällig waren sie das. Na, dann sei die E-Mail automatisch zurückgewiesen worden. (Unterton: »Das hätten Sie sich doch denken können!«) Ohne Fehlermeldung? Und: Arbeiten Sie noch mit ISDN??

10. September: Die E-Mail wird erneut abgeschickt – mit insgesamt 4,5 MB großen Anhängen.

16. September: Der Sachbearbeiter am anderen Ende der Leitung ist freundlich, findet aber weder E-Mail noch Fotos noch Kostenvoranschlag. »Ja, die E-Mails gehen über Berlin, manchmal dauert das ein bisschen länger …« Mir platzt der Kragen. Und schreibe selbst eine E-Mail – mit gewünschten Anhängen und ausführlicher Schilderung der bisherigen Ereignisse. Ich setze eine Frist für die Freigabe der Reparatur: 18. September … Auch die verantwortliche Volkswagen Financial Services AG und der Leiter von deren Öffentlichkeitsarbeit werden informiert.

19. September: Erneute telefonische Nachfrage. Die Sachbearbeiterin findet den Kostenvoranschlag. Ja, dann könnten wir die Reparatur doch erledigen lassen. (Unterton: »Warum fragen Sie da überhaupt nach?«) Wir vereinbaren einen Termin mit der Werkstatt, die erst mal minutenlang mit dem Volkswagen Versicherungsdienst telefoniert …

23. September: Wieder ein Brief. Ob meine Frau (als Fahrzeughalterin) selbstständig sei und dergleichen … Ich gebe die Informationen telefonisch durch. Dann geht es schneller …

28. September: Erheiternde Abwechslung. Unserem Unfallgegner wird mitgeteilt, der Hagelschaden an seinem Auto werde genehmigt. Ein Sachverständiger werde sich melden. Hagelschaden??

30. September: Die Sachbearbeiterin räumt ein, da sei »wohl einiges schief gelaufen …«

1. Oktober: Wir lassen unser Auto reparieren.

4. Oktober: Das endgültig letzte (?) Schreiben im Briefkasten. Der Volkswagen Versicherungsdienst bestätigt uns, …

[…] dass wir die unfallbedingten Reparaturkosten laut dem uns vorliegenden Kostenvoranschlag übernehmen werden.

Hach, habt ihr’s auch schon gemerkt.

Den verantwortlichen Damen und Herren geht der Link zu diesem Artikel gleich zu. Vielleicht haben sie ja Lust und Laune, wenigstens hier noch Stellung zu nehmen?

 

4 Kommentare zu “Volkswagen-Verschleppungsdienst”

  1. Daniel meint:

    Ich flippe aus. Heute liegt ein Brief der Werkstatt im Briefkasten. Der Volkswagen Versicherungsdienst, »unsere Versicherung«, weigere sich, die Rechnung des »Vollkaskoschadens« zu übernehmen, da der Selbstbehalt den Rechnungsbetrag übersteige … Hallo?? Das Problem: Der Volkswagen Versicherungsdienst hatte der Werkstatt dereinst eine falsche Schadennummer genannt – nämlich die des fälschlicherweise aufgenommenen Hagelschadens am Auto des Unfallverursachers … Und selbst nach Aufklärung des Sachverhalts war man nicht in der Lage, über die falsche Schadennummer an den richtigen Schaden zu kommen. Was für ein Saftladen.

  2. peter meint:

    Glatte 1!!!! Frage mich allerdings warum du den Kram selbst regeln musst! Ich als serviceberater űbernehme das fur meine kunden!!!!

  3. Daniel meint:

    :-)

  4. Daniel meint:

    Vermutlich war’s einfach zu kompliziert, in diesem Fall … Ich hab’ der Werkstatt jetzt eine ausführliche E-Mail geschickt (in Kopie ging die natürlich auch an den Saftladen alias VVD). Und am Montag ruf’ ich auch noch an, falls noch Fragen bleiben. ;-)

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