Verschmähter Violin-Virtuose

2. November 2012

Schon etwas älter, aber immer noch sehens- und lesenswert. Und nebenbei ein weiteres Beispiel für die selektive persönliche Wahrnehmung im Alltag …

 

3 Kommentare zu “Verschmähter Violin-Virtuose”

  1. steffen meint:

    “It was a strange feeling, that people were actually, ah . . .”

    The word doesn’t come easily.

    “. . . ignoring me.”

    Ja, wir wissen eben oft nicht das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen.
    So wichtig sind wir uns selbst mit unserem kleinen Alltag also…dann doch…
    Großartiger Musiker, einzigartiges Instrument. Sicher würden viele zuhören und wären tief berührt, hätte es viel Geld gekostet…Was nichts kostet ist nichts wert? Problematische Frage, nicht?

  2. Daniel meint:

    Netterweise habe ich vorhin in Giora Feidmans Autobiographie eine ganz ähnliche Begebenheit gefunden:

    »Im Rahmen einer Fernsehproduktion mit dem Autor und Regiseeur Jens Uwe Scheffler für den Norddeutschen Rundfunk habe ich vor Jahren einmal als Straßenmusiker auf der 5th Avenue/42nd Street mit Hut und Sonnenbrille gespielt – niemand sollte mich erkennen. Nachdem ich zu spielen begonnen hatte, wurde mir klar, dass ich zum ersten Mal die Menschen davon überzeugen muss, stehen zu bleiben, um mir zuzuhören. Am Anfang war es schrecklich, niemand blieb stehen. Alle waren auf dem Weg in die Mittagspause, um ihre Hamburger zu essen. Eine Frau hat mir einen Dollar in die Tasche gesteckt, der erste, den ich auf der Straße verdient habe. Ich habe ihn einem Obdachlosen gegeben. Der war betrunken und wollte ihn nicht, er meinte: "Du bist ja auch auf der Straße, wie ich." Mit populären Stücken wie If I were a rich man aus Anatevka habe ich die Leute letztlich dazu gebracht, mir zuzuhören. Am nächsten Abend im Konzertsaal haben die Zuschauer wieder auf mich gewartet. Ich hatte eine ganz neue Erfahrung gemacht.«

  3. steffen meint:

    Ja, was sagt das einem Pfarrer?
    Raus aus der Kirche und rauf auf die Strasse oder…?

    “Nachdem ich zu spielen (PREDIGEN) begonnen hatte, wurde mir klar, dass ich zum ersten Mal die Menschen davon überzeugen muss, stehen zu bleiben, um mir zuzuhören.”

    Wäre das nicht `ne coole Aktion? (J. Wesley in England hat das im Übrigen erfolgreich gemacht…und daraus entstand dann eine neue Kirche mit ca. 70 Mio. Gliedern;-)

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