Versäumte Backups

4. Dezember 2008

Die neueste Ausgabe der Mac-Zeitschrift »Mac Life« wartet mit einer traurigen Wahrheit auf:

Auf deutschen PCs werden durchschnittlich knapp sechs Jahre an Erinnerungen gespeichert – hauptsächlich Fotos, Dokumente und E-Mails. Daten, die führ ihre Besitzer in der Regel einen hohen persönlichen Wert haben und im Unglücksfall unwiederbringlich verloren gehen.
Grund genug also, für die Sicherheit dieser Daten zu sorgen, sollte man meinen. Doch Backups sind unbeliebt: Nur 30 Prozent der PC-User in Deutschland machen minestens einmal im Monat ein Backup, fast 20 Prozent haben noch nie ihre Daten gesichert.

Eine externe Festplatte Zwei externe Festplatten habe ich mittlerweile – für meine Dateien ist ganz gut gesorgt. Aber ich werde den Eindruck nicht los, dass es mir mit anderen, noch wichtigeren Dingen im Leben ähnlich geht wie der Mehrheit der deutschen PC-Benutzer: Klar – irgendwann sollte man es mal erledigen: Das klärende Gespräch mit dieser und jener Person. Den Anruf bei einem Menschen, der einem so depressiv vorkam in letzter Zeit. Die grundsätzliche persönliche Zielbestimmung für die Zeit des Vikariats (um am Ende nicht mit dem Gefühl dazustehen, alles und nichts gemacht zu haben). Das Hinterfragen sinnlos gewordener Routinen. Die ausführliche Auseinandersetzung mit den Themen Organspendeausweis, Patientenverfügung und Testament. Aber so richtig dringend kommt es einem nicht vor…

In Zeitmanagement-Büchern werden Aufgaben dieser Art meist als »wichtig, aber nicht dringend« etikettiert. Entscheidend ist aber: Ist ein bestimmter Zeitpunkt überschritten, so ist das Liegengebliebene nicht nur urplötzlich »wichtig und extrem dringend«, sondern meist auch endgültig erledigt…im negativen Sinne.

Warum geht es mir so? Die theologisch korrekte Antwort lautet: »Ich bin ein Sünder.« Mit Paulus: »… das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich« (Röm 7,19). Auch die säkularisierte Variante kann man häufig hören: »Wir sind halt zu bequem.« Doch beide Begründungen sind noch nicht so richtig angekommen in meiner Lebenswirklichkeit. Irgendwann sollte ich mal genauer darüber nachdenken…

So – jetzt wieder an die Predigt für Sonntag. Lukas 21,25-33 – ein heißer Advents-Text. Und vielleicht, so mein derzeitiger Verdacht, trägt er auch seinen Teil zum angeschnittenen Thema bei.

 

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