Vergessenes Problem

14. November 2009

»Problem Müll«. So hieß ein Film, den wir in der vierten Klasse anschauten. Im Heimat- und Sachunterricht, kurz: »HuS«. Meiner Erinnerung nach war es der traurige Höhepunkt einer düsteren Trilogie, eingeleitet durch Analysen zum Thema »Wasser« (ist verschmutzt bzw. geht bald aus, wie uns der Sprecher mit Grabesstimme mitteilte) und »Abgase« (bald sind alle Bäume tot und wir können nicht mehr atmen).

Insbesondere der »Müll«-Streifen hat mir damals Angst gemacht. Ob ich deswegen so penibel Ordnung hielt in meinem Zimmer – um die nahenden Müllberge nicht über die Türschwelle zu lassen? Ob ich deswegen das Ravensburger Brettspiel »Ene mene…Müll« so toll fand? Bei jeder Autofahrt hielt ich ängstlich nach Mülldeponien Ausschau – und war kein bisschen beruhigt, als ich nichts entdeckte. Genauso allerdings suchte ich nach Ausbruch des Kuwait-Kriegs regelmäßig den Horizont der Schwäbischen Alb nach dunklen Rauchwolken ab. Den genannten Filmen ist also wohl kein Vorwurf zu machen – eher meinem kindlichen Unvermögen, die Sachverhalte richtig zu gewichten.

Trotzdem um alles in der Welt frage ich mich: Was ist aus dem Müllproblem geworden? Ist es gelöst (zumindest in Deutschland)? Oder ist es von anderen Umwelt-Schwierigkeiten (Atomkraft, Klimaerwärmung etc.) verdrängt worden?

 

2 Kommentare zu “Vergessenes Problem”

  1. Walter meint:

    Hi Daniel! In Deutschland gibt es seit 2005 ein Deponieverbot für die meisten Abfälle. D.h., dass inzwischen der Restmüll i.d.R. in Müllheizkraftwerken verbrannt wird. Die meiste Energie geht dabei allerdings für die Abgasreinigung drauf. (Die Abluft ist dabei oft sauberer als die Umgebungsluft zb in Stuttgart)

    Grüße,
    Walter

    ps: In anderen Ländern gibt es aber durchaus noch Probleme. In Italien wird z.B. die Müllwirtschaft stark von der Mafia kontrolliert. (s.a. http://www.tagesschau.de/ausland/neapelmuell16.html)
    Die Lösung, die für Deutschland gut ist gilt auch nicht unbedingt für andere Länder, da die Behandlung von der Müllzusammensetzung abhängig ist.

  2. Daniel meint:

    Hey Walter, das erklärt natürlich einiges. Danke für die Infos! (Und für den Seitenhieb gegen uns Stuttgarter. ;-) )

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