Veraltetes Mittelalter?

7. Dezember 2008

Der Esslinger Weihnachtsmarkt hat viel zu bieten – u.a. einen vielfältigen Mittelaltermarkt. Heute – nach meiner Predigt-Premiere im Hauptgottesdienst – waren wir einige Stunden dort.

Die meisten Stände strahlen eine urig-behagliche Stimmung aus. Der nette Seifenverkäufer mit seiner mittelalterlichen Kappe könnte glatt einem Bilderbuch entsprungen sein. Da macht man gerne mit, wenn man um »Silberlinge« und »Taler« gebeten wird – wohl wissend, dass es auch hier nur um’s schnöde Weihnachtsgeschäft geht…

Ganz und gar nicht spaßig fand ich eine andere Art von Verkaufsständen: Keltische Geburtsamulette, Druidensterne, Wunschsteine – man mag das als »lustigen Schund« abtun. Nur: Die Leute hinter den Tresen wirkten ganz und gar nicht lustig. Und das Vorwort in einem dicken Wälzer, den ich mir kurz entschlossen schnappte, hatte auch einen etwas unheimlichen Klang: Beim Abbrennen von Räucherwerk, so der Autor, gehe es darum, sich den Sehern und Schamanen früherer Zeiten nahe zu fühlen. Ob all die gutwilligen Besucher das geahnt haben?!

Ich neige nicht zur Panikmache in solchen Fällen. Die schwierige Stelle 1 Kor 8,5f verstehe ich in erster Linie dahingehend, dass es nur einen Gott, einen Herrn gibt – was die Macht anderer Mächte zumindest einschränkt. Aber diverse Gedanken gingen mir schon durch den Kopf. Wo doch alle vom zivilisiert-modernen Deutschland reden… Und Ideen für meine Predigt am 6. Januar 2009 habe ich auch schon. Dann geht’s um Matthäus 2,1-12 – und um die drei Astrologen Sterndeuter Weisen aus dem Morgenland, die plötzlich einen ganz besonderen Stern sehen…

 

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