Unterschiedlich frei

12. Dezember 2010

Tansania ist groß, fast dreimal so groß wie Deutschland. Klar, dass sich die einzelnen Regionen teils massiv unterscheiden.

Vor einem gewissen Nord-Süd-Gefälle bezüglich des Umgangs mit Urlaubern hatte uns schon der Reiseführer gewarnt. Es am eigenen Leib zu erfahren, war dann trotzdem heftig. In den nördlichen Tourismus-Hochburgen Arusha und Moshi ist man als »Mzungu« Freiwild für eine regelrechte Horde von so genannten »Flycatchern«. An jeder Straßenecke warten neue »Freunde« – »Hello, my friend« (wie bei Facebook halt…) –, und jeder hat ein noch besseres Angebot parat. Wehe, man weiß noch nicht, wo man übernachtet – und sagt das… Ähnlich ungünstig ist es, den Namen des gewählten Hotels preiszugeben. Sofort wird einem wortreich erläutert, das gebe es nicht mehr, es heiße inzwischen anders, man könne einen hinführen, … Kurzum: Ständig ist der Spagat gefragt, bestimmt zu sein, aber nicht unhöflich.

Wie wohltuend anders ist da der Süden. Selbst in Mbeya – einer immerhin mittelgroßen Stadt – waren wir nahezu unbehelligt unterwegs. Und ein Internatsschüler, der uns auf dem Weg zur Touristeninformation persönlich begleitete, schlug das reflexartig angebotene Trinkgeld vehement aus. Ob das auf Dauer so bleibt dort?

 

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