Unter uns

17. Dezember 2014
  • An den Ortseingängen zur Stadt Templin in der Uckermark montieren die Pastafari – Anhänger der legendären atheistischen Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters – Hinweisschilder auf ihre freitägliche Nudelmesse. Der evangelische Pfarrer kündigt entsetzt an, dagegen vorzugehen.
  • In Rosenheim soll ein Bordell entstehen, über den Räumen einer Kirchengemeinde. Die wehrt sich massiv gegen die Pläne.
  • … zwei ganz unterschiedliche Geschichten. Aber dasselbe Hauptmotiv: Christen igeln sich ein. Bleiben für sich und sauber. Scheuen die eigentliche Auseinandersetzung. Vermeiden den Kontakt mit der schmutzigen »Außen«welt. Gehen Leuten aus dem Weg, die anders glauben oder leben. Verlieren sich im Kampf um Vormachtstellung und Werte – und dabei die Menschen aus dem Blick.

    Als ob es nie Weihnachten geworden wäre …

     

    3 Kommentare zu “Unter uns”

    1. Steffen meint:

      Vormachtstellung ist vielleicht nicht wirklich das Thema.
      Ich denke, es ist schlicht und ergreifend Angst.
      Wenn wir erkennen würden, dass in solchen Gelegenheiten, also wenn das reale Leben zur Kirche kommt, eine Chance für lebendiges Christ sein liegt, dann wäre, glaube ich, viel gewonnen.
      Warum nicht “reale Menschen” einladen zum Glauben?
      Warum lädt der Pfarrer die Prostituierten nicht ein?
      Warum spricht er die Freier nicht an? Warum nicht eine Eröffnungsfeier mit Gottesdienst? Die Predigt würde ich gerne schreiben!
      Diese Menschen sitzen doch ohnehin schon bei ihm, nur weiß er es nicht, oder er will (darf) es nicht wissen???
      Auch sehe ich eine Chance, dem leeren atheistischen Glauben das Evangelium gegenüber zu stellen.
      Nudelmesse? Na und!
      Bei unseren Glaubenskursen (die müssen ja vielleicht in der Uckermark nicht so heißen) gibt es gutes Essen, gute Musik und echte Gespräche. Auch kontroverse!
      Und hier (in der Kirche kann man das tatsächlich finden!) gibt es gute Freunde, auch für (noch) gläubige Atheisten, oder gesetzlich Religiöse etc…oder eben für Prostituierte, die ja auch oft Christinnen sind.
      Kirche, wie sie gedacht ist also.

      Schade, dass wir tatsächlich den Ruf: “Fürchtet euch nicht!” oft so wenig hören…

    2. Daniel meint:

      … ja. Sehr gut möglich, dass Angst der tiefste, eigentliche Grund ist.

    3. Steffen meint:

      Und : Diese diffuse Angst treibt auch die s.g. PEGIDA um.
      Auch denen geht es, ähnlich wie manchen Kirchenvertretern, nicht um die Sache, sondern nur um sich selbst.
      Insofern sehen wir leider auch wieder, dass Kirchenmenschen doch auch vor allem “nur” Menschen sind.
      Erst der Glaube an Christus kann von Angst befreien.
      Der aber ist auch in Kirchenkreisen nicht vorherrschend.
      Parallelen zu früheren gesellschaftlichen Entwicklungen sehe ich durchaus.
      So, denke ich, brauchen wir vor allem wieder mehr eine klar bekennende Kirche.
      Angst in der Kirche ist wenig mit dem Evangelium vereinbar.
      Auch nicht die Angst vor Bordellen oder Atheisten oder Islamisten oder PEGIDA…

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