Uni-Unisex-Klo

14. Juni 2009

…und noch ein Klopper aus der aktuellen »ZEIT Campus«: Vier Berliner Philosophiestudierende wollen Damen- und Herrentoiletten zusammenlegen. Der Plan hat praktische Gründe – die Wege zum nächsten WC werden kürzer –, soll aber darüber hinaus auch einen Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter darstellen. (Was nicht einmal die zuständige Gleichstellungsbeauftragte nachvollziehen kann.)

Tja…hmm. Finde ich die Idee nur deswegen daneben, weil ich die Ideologie Errungenschaft des Gender Mainstreaming noch nicht vollständig geschluckt durchdrungen habe? Spontan finde ich das Argument eines protestierenden Geschichtsdozenten am Sympathischsten: »[A]uf gemischten Toiletten gehe "der Zauber zwischen den Geschlechtern" verloren«.

 

11 Kommentare zu “Uni-Unisex-Klo”

  1. Johannes meint:

    Hm, ich versteh die Aufregung nicht ganz. In der Bibliothek unserer katholischen Fakultät gibt es seit Jahren – historisch bedingt – nur eine Toilette, die nun von beiden Geschlechter genutzt wird. Da ist es bisher keinem eingefallen, daraus ein Problem zu machen.

  2. Johannes meint:

    Also, der katholisch-theologischen Fakultät. ;)

  3. Alex meint:

    Nee; ist klar. Einziges Ziel ist es doch, dass die Männer demnächst auch stundenlang warten müssen, statt das Pissoir zu benutzen ;)

  4. Daniel meint:

    Dass die Pissoirs abgeschafft werden, davon ist keine Rede…

  5. martin meint:

    interessant. unsereins geht ans pissoir, währenddessen die frauenwelt hinter uns schlange steht. irgendwann wurde schon mal ein toilet-gadget (so muss das wohl im apfel-zeitalter heißen), womit auch FRAU stehen bleiben kann. ob sich so eine art einweg-bypass in der evolution durchsetzen wird, um dann schlussendlich die toiletten abzuschaffen und das gender-mainstreaming erst nach der definition von mann und frau in die wege zu rufen, sei dahingestellt. fakt ist doch: die sexuelle revolution hat kein ende. die letzten intimzonen unseres planeten werden erobert. wo geht frau mit freundin nur hin, wenn nicht mehr auf die latrine?

  6. Daniel meint:

    Na – wo es sich aus praktischen Gründen einfach anbietet, da sind gemeinsame Toiletten natürlich unproblematisch (obwohl, die Pissoirs…). Problematisch fände ich es aber, falls letztlich eine Geschlechter-sind-sowieso-nur-anerzogen-Ideologie den Ausschlag geben sollte.

    Interessant: Meine Frau findet ganz andere Gegengründe. Hygienische. Hmm…

  7. Andreas meint:

    “Der Plan [...] soll aber darüber hinaus auch einen Beitrag zur Gleichstellung der Geschlechter darstellen.”

    Naja, die Abschaffung von “separate but equal” in den USA würde auch jeder als wichtigen und richtigen Schritt auf dem Weg zur Rassengleichstellung sehen. Das bezog sich auch (vielleicht sogar vornehmlich) auf solche Einrichtungen. So weit weg liegt das Argument also nicht.

  8. martin meint:

    hygienische gründe? – sind frauentoiletten so schmutzig?

  9. rabbilydia meint:

    ich stimme voll und ganz mit dem geschichtsdozenten zu… ich habe so einige maenner getroffen, die ziemlich verklaerte bilder von frauen haben… ich sage nur “frauen scheissen auch!” und nicht nure dass… ich weiss nicht ob maenner es seelisch verkraften wuerden blutverschmierte klotueren zu ueberwinden wenn sie mal muessen… die illusion von sauberen oeffentichen damenklos existiert glaub ich nur in den oben erwaehnten verklaerten vorstellungen von maennern… sorry guys! frauen scheissen auch!

  10. Anne meint:

    Wen’s interessiert, mehr über die Initiative als den kurzen ZEIT-Artikel und die, nun ja, eher kritische (oder aufschulssreich empörte?) Vorstellung hier im Blog zu lesen, der schaue hier: http://www.unisextoiletten.de

  11. Daniel meint:

    Danke für den Link – informative Seite! Trägt mit dazu bei, die Debatte genderpolitisch zu führen – und da gibt es halt sehr unterschiedliche Sichtweisen. Ich verstehe die Pro-Argumente sehr gut, teile aber den entsprechenden weltanschaulichen Hintergrund nicht. Da liegt vermutlich das Problem.

Deine Meinung?!