Unersetzlich und Urlaub

12. August 2012

Herr Schmid macht Urlaub. Das allein ist noch nichts Besonderes.

Herr Schmid macht fünf Wochen lang Urlaub. Auch das wäre noch nicht der Rede wert. Weil gut möglich, wenn man sein Jahreskontingent eben anspart. Bei mir kommen auf diese Weise immerhin vier Wochen zu Stande diesen Sommer.

… nun heißt besagter Herr Schmid aber mit Vornamen Nils, ist baden-württembergischer Finanzminister. Und plötzlich ist alles anders. Plötzlich sind alle ganz empört. Die Opposition (die das im deutschen Wahlsystem immerhin noch auf ihre fragwürdige Rolle als Dauer-Kritikerin schieben könnte), aber auch der Koalitionpartner. Wie Herr Schmid sich das vorgestellt habe mit den laufenden Haushaltsberatungen? Ob da nun nicht das gesamte Land im Chaos versinke? Und muss man nicht einen persönlichen Preis zahlen, wenn man drei Milliarden Euro Schulden macht?

… mal ganz ruhig, Leute. Da sollen Politiker(innen) rund um die Uhr als Vorbilder herhalten. Und wenn dann mal einer Ernst macht mit Familie und Erholung (nachdem er an Ostern und Pfingsten durchgeschafft hat), sich nicht für unersetzlich hält (aber sehr wohl seine Teams vorab instruiert hat und garantiert täglich dienstlich telefoniert – das mit der Erholung müsste man ohnehin nochmal hinterfragen …), dann ist er plötzlich ein ganz unverantwortlicher fauler Hund. Geht’s noch?

 

Ein Kommentar zu “Unersetzlich und Urlaub”

  1. Alex meint:

    Danke für diesen Beitrag! Schreibt einer, der arbeitete, bis er eine zweimonatige Auszeit brauchte… Und diese gerade um so mehr genießt. Alex

Deine Meinung?!