Ulkige Fahrradtour

24. Oktober 2007

Die Postmoderne hat hier im Blog gewaltig Tribut gefordert – hoffentlich nicht nur quantitativ. Jetzt also endlich (während mich der Schreibtisch wieder tüchtig fordert) ein paar flüchtige Blicke zurück, auf den Abschluss meiner (letztlich über drei Wochen langen) »Deutschland-Tour«. Stück für Stück.

Habe selten so kurz in Heidelberg Station gemacht wie diesmal. Ankunft: Donnerstag, 17.00 Uhr. Weiterfahrt: Freitag, 5.30 Uhr. Das Problem war weniger die verhältnismäßig kurze Nacht (unser spontan einberufenes FHSZ-1.-OG-Treffen ging erst gegen 3.00 Uhr zu Ende…) als die Entfernung zum Hauptbahnhof, wohin mich der Organisator meiner Mitfahrgelegenheit bestellt hatte. Die frühesten Busse setzen sich auch unter der Woche erst gegen 6.00 Uhr in Bewegung – und auf den einzigen in Frage kommenden Zug vom Karlstorbahnhof konnte ich dank Lokführerstreik nicht setzen.

Tobias präsentierte mir flugs die gewitzte Lösung: Ein Fahrrad (mit plattem Reifen – vor jeder Fahrt aufzupumpen) – samt urigem Anhänger! Mein Gepäck (u.a. jede Menge Bücher) passte genau rein. Fühlte mich von einem Moment auf den nächsten wie ein Lumpensammler bei der Arbeit. Vollkommen surreal wurde die Erfahrung, als ich durch die Plöck fuhr: Die Straße, die mir 2005 beinahe den ersten Fahrradsturz meines Studiums verpasst hätte und der sich im Studiverzeichnis die (erst kürzlich entdeckte) Gruppe »tod in der plöck« widmet – menschenleer und verlassen… Fast ein bisschen unheimlich.

Es ging alles glatt. Am Bahnhof wartete schon ein geräumiger Opel-Bus. Bekam den Beifahrersitz – Beinfreiheit wie im Flugzeug. Dafür ging’s ganz rasch: Fünfeinhalb Stunden bis Berlin – persönlicher Rekord!

 

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