Übersehene Parallelen

12. Oktober 2013

Donnerstag, 3. Oktober 2013. Kurz vor zehn: Wir eilen über den Stuttgarter Schlossplatz, Richtung Marktplatz. Unter anderem dort wird der ökumenische Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit übertragen. Die Stiftskirche selbst ist dicht. Der Prominenz vorbehalten. Kein Durchkommen. Nicht für normale Leute.

Zwanzig nach zehn: Der Predigttext wird vorgetragen. Markus 2,1-12, ausgerechnet. Jesus predigt in Kapernaum. Vier Männer bringen einen Gelähmten. Aber das Haus ist dicht. Denen vorbehalten, die schneller waren – oder besser sind. Kein Durchkommen. Nicht für normale Leute.

In Kapernaum war urplötzlich Schluss mit Draußen und Drinnen. Als die vier frechen Freunde kurzentschlossen das Dach abdeckten und ihren Gefährten herabließen. Jesus fand’s gut. (Der Hausbesitzer auch?)

In Stuttgart … blieb das Dach der Stiftskirche heil. Und unhinterfragt. Auch in der (ansonsten hörenswerten) Predigt von Erzbischof Robert Zollitsch. Ja, auch er hatte zu Beginn extra noch die besonders wichtigen geladenen Gäste namentlich genannt …

 

3 Kommentare zu “Übersehene Parallelen”

  1. Bernhard Elser meint:

    Wir sind später erst zum Bürgerfest hingefahren. War aber nicht die beste Idee, da man mit Kinderwagen in den Menschenmassen schlechte Karten hatte. Da haben wir schnell umdisponiert und sind in die Wilhelma (-:

  2. Lucie Panzer meint:

    Lieber Herr Renz,
    das ist manchmal das Problem bei der repräsentativen Demokratie. Da muss man sich vertreten lassen. Drin in der Kirche waren unsere gewählten Vertreter: Bundespräsident, Bundesregierung komplett, Landesregierungen (fast komplett) Bundestag (fast komplett), Landtag Ba-Wü (fast komplett), ein paar Kirchenvertreter, drei große Chöre…
    Dann war die Kirche voll. Was wäre die Alternative gewesen? Nur Stuttgarter Stiftskirchengemeinde? Nur Stuttgarter? Oder wer zuerst kommt, sitzt zuerst?
    Ich fand das public-viewing auf dem vollen Marktplatz sehr schön. Da haben auch Leute zugeschaut (und mitgesungen!), die wahrscheinlich nicht in die Kirche gekommen wären. Und vermutlich hat man mehr gesehen – wie beim public viewing beim Fußball auch.

  3. Daniel meint:

    Ja, das mit der repräsentativen Demokratie stimmt natürlich. Aber eine gewisse Spannung bleibt doch, oder? Wahrscheinlich müssen wir mit der leben. Würde zu gerne wissen, was Franziskus getan hätte …

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