Überraschend offen

22. Juni 2010

»Justizvollzugsanstalt« = Gefängnis = dicke Mauern = Gitter = verschlossene Schwerverbrecher = … Ich hatte sehr eindeutige Erwartungen, als wir am frühen Sonntag Morgen vor der Ulmer Justizvollzugsanstalt aufkreuzten – wo der Posaunenchor des CVJM Untertürkheim (u.a. mit Judith) im Rahmen des 43. Landesposaunentags einen Gottesdienst mitgestaltete (und wohin man auch als Nichtbläser Nichtblechbläser mitkommen durfte).

Doch dann kam es ganz anders. Sicher – Handy und Personalausweis mussten wir an der Pforte abgeben. Dann aber wies nicht mehr viel auf das ungewohnte Umfeld hin: Ein weitläufiges, begrüntes Gelände. Ein nagelneuer, lichtdurchfluteter Mehrzweckraum mit ansprechendem Altar. Und sympathische Insassen, mit denen wir nach dem Gottesdienst – bei Butterbrezeln und Getränken – wie selbstverständlich ins Gespräch kamen. Ohne das Gefühl, unbefugt in fremden Schicksalen herumzuschnüffeln. Und selbst beschenkt.

(Dass es im geschlossenen Vollzug – auch den gibt es in Ulm – nochmal ganz anders zugeht und dass auch die Leute im offenen Vollzug immer noch keine Freiheit genießen, ist mir klar.)

 

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