Trauer

19. September 2010

Nach dem Urlaub warteten zwei Todesfälle auf mich. Ach, was soll der Pfarrer-Jargon… Keine Todesfälle. Zwei Menschen sind gestorben. Vor zwei Wochen ein Gemeindeglied, das ich näher kannte – mit 56. Und vorgestern ein guter Freund von Judith und mir. 41. Er hinterlässt seine Frau und drei kleine Kinder.

 
 
 
 
 
 
 
 

Warum fühlt sich Trauer so leer an, bei mir jedenfalls? Vielleicht, weil die Gedanken auf Reisen gehen. In die Vergangenheit, hin zu den letzten Begegnungen, Gesprächen, emails. Und in die Zukunft, hin zu dem, der einmal alle Tränen abwischt und alles neu macht (Offenbarung 21,4f.).

Das Jetzt und Hier steht dann erst mal still. Und das muss auch so sein, glaube ich.

 

2 Kommentare zu “Trauer”

  1. Maria meint:

    Das kann ich nachvollziehen, habe mich letztes Jahr sehr mit dem Thema beschäftigt, da ich mit zwei Todesfällen konfrontiert wurde. Ich bin zwar so dankbar, dass die beiden gläubig waren und ich weiß, dass sie jetzt beim HERRN sind. Aber zugleich wurde mir bewusst, wie wichtig es ist, vom wahren Evangelium und der Gnade Jesu zu reden und zeugen.
    Der Tod macht einem auch immer wieder neu bewusst, um was es eigentlich geht, was wirklich wichtig ist und richtet unseren Blick wieder auf Christus und das Kreuz. Denn wie oft schweifen wir davon ab und wenden uns den nichtigen Dingen zu…

  2. Daniel meint:

    Weniger bekannte Gedanken von Dietrich Bonhoeffer zu dem Thema:

    “Zunächst: es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines lieben Menschen ersetzen kann, und man soll das auch garnicht versuchen; man muß es einfach aushalten und durchhalten; das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden. Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie garnicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt, und hilft uns dadurch, unsere echte Gemeinschaft miteinander – wenn auch unter Schmerzen – zu bewahren. Ferner: Je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht mehr einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich.”

    Brief an Renate und Eberhard Bethge, Gefängnis Berlin-Tegel, Heiligabend 1943

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