Theologisches beim TurmTreff

19. Januar 2007

Der Countdown läuft. Morgen früh um 9.30 Uhr startet die neue Hauptveranstaltung des Albrecht-Bengel-Hauses in Tübingen – der »TurmTreff«. Referate und Seminare, Singen und Beten, Imbiss und Infos für die ganze Gemeinde.

Spannendste Frage: Wie viele Leute kommen? 10? 1000? Alles drin. Vorbereitet sind wir… Habe heute bei den Proben zugesehen – Wahnsinn, was da alles aufgeführt wird!

Am späten Nachmittag ist Generationenwechsel – dann geht es weiter mit Tower Power, dem »jungen Programm«. Für den Ausklang sorgen Nachtgottesdienst und Nachtcafé – aber vorher wird hart gearbeitet. Wir Studierenden bieten Seminare an. Für eins bin ich verantwortlich: »Wort mit Widersprüchen? – Warum Bibellesen trotzdem Sinn macht«.

Worum geht’s?! 45 Minuten, das sind nicht viel. Möchte diese Dreiviertelstunde nutzen, um zwei klassische Haltungen vorzustellen:

  • »Die Bibel ist ein Buch voller Widersprüche – kann also niemals Gottes Wort sein!«
  • »Die Bibel ist Gottes Wort – kann also niemals Widersprüche enthalten!«
  • Beide Statements sind – sinngemäß – uralt. Ihren ersten Höhepunkt erlebte die Debatte im 17. Jahrhundert, in einem Streit zwischen Aufklärung und lutherischer Orthodoxie. Die beiden Schubladen gibt es bis heute: Hier die »Liberalen«, dort die »Frommen«.

    Letztlich halte ich beide Sichtweisen für problematisch. In beiden Fällen wird die Bibel mit einem Maßstab gemessen, den sie selbst gar nicht kennt. In beiden Fällen steht der Bibelleser auf, nicht unter der Schrift.

    Einen m.E. lohnenden Ausweg hat Johann Georg Hamann beschrieben: In der Bibel lässt Gott sich zu uns Menschen herab. In der Bibel begegnet uns nichts anderes als die Knechtsgestalt Jesu. Doch allem Schein zum Trotz: Jesus befreit und rettet. Genauso ist die Bibel voller Widersprüche – und gerade darin Gottes Wort. Heinzpeter Hempelmann hat diesen Ansatz vor einigen Jahren aufgegriffen – und »Hermeneutik der Demut« genannt.

    Das klingt kompliziert. Ist es vermutlich auch. Trotzdem: Für mich persönlich war das eine unglaubliche befreiende Nachricht – auf die man mich aber erst im dritten Semester gebracht hat… Mal sehen, wie es morgen läuft…

     

    2 Kommentare zu “Theologisches beim TurmTreff”

    1. Dave meint:

      klingt spannend! viel kraft und segen dir! lass mir doch mal das skript zukommen; würde mich interessieren. ;) danke!

    2. Daniel meint:

      …was für ein Tag! Bin überwältigt. Gott ist gut. Vor allem beim Jugendprogramm waren es deutlich mehr als 10 Besucher… ;)

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