Thema verfehlt

28. September 2014

Zum zehnten Mal fand in Berlin der »Marsch für das Leben« statt. Wieder mal kochten die Emotionen hoch.

… und ich weiß nicht so recht, was ich von der Auseinandersetzung halten soll. Denn: Ist des Pudels Kern nicht ein einziges großes Missverständnis?

Der Marsch für das Leben ist – dem Namen nach – ein Marsch für das Leben. Er problematisiert dabei Abtreibung und Euthanasie. Genau das tut auch die Berliner Erklärung zur Aktion 2014. Sie formuliert deutlich, aber durchaus differenziert, finde ich. In den Feststellungen und Forderungen finde ich meine persönliche Position weitgehend wieder.

Der Streit um die Veranstaltung tobt aber meiner Wahrnehmung nach fast ausschließlich um das Thema »Sexuelle Selbstbestimmung«. Natürlich gibt es da vielfältige Bezüge. Aber: Sind die Kausalzusammenhänge wirklich so klar? Muss man gegen sexuelle Selbstbestimmung sein, wenn man für das Leben eintritt? Und umgekehrt gegen das Leben, wenn man sexuelle Selbstbestimmung wichtig findet? Beide Lager stecken sich da zuallererst selbst in falsche Schubladen, fürchte ich, … um dann der jeweils anderen Seite »ein reaktionäres, christlich-fundamentalistisches Weltbild« oder den »Ausverkauf der Menschenwürde im Namen der Freiheit« zuzuschreiben. Auf der Strecke bleiben dann die leisen differenzierten Töne, die es in diesem Themenkomplex dringend braucht. Und klar, dass es immer noch dümmlicher wird, wenn man erst mal einzelne Leute befragt

 

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