Spontanes Feedback

22. Juli 2009

Lieber Herr …,

ich bin sozusagen Kollege – evangelischer Vikar in Stuttgart. Vorhin kurz mit dem Auto unterwegs, mit eingeschaltetem Radio – und auf ihre heutigen SWR3-»Gedanken« muss ich jetzt gleich reagieren…

Der Bericht über sozial engagierte Schüler(innen) in Neustadt/Aisch ist interessant, keine Frage. Rhetorisch ansprechend gestaltet. Und doch habe ich mich gefragt: »Wo ist da eigentlich das spezifisch Christliche?«

Ich bin garantiert niemand, der der christlichen Hoffnung nur einen Wert für’s Jenseits zugesteht – im Gegenteil! Christlicher Glaube macht jetzt und hier den Unterschied – z.B. in Form von sozialem Engagement. Aber gerade deswegen habe ich mich geärgert: Warum verschweigen Sie den speziellen Mehrwert, den unser Glaube nun mal zu bieten hat? Warum gehen Sie nicht hinaus über das, was Vertreter einer allgemeinen FSJ-Organisation auch ständig sagen? Wird Ihr Kommentar dadurch nicht einer von vielen? Und nebenbei unerträglich indirekt-moralistisch (weil ihm, theologisch gesprochen, das Evangelium fehlt…)?

Diese Rückmeldung ist sehr einseitig, keine Frage. Ihre »Gedanken« der letzten Tage finde ich viel ausgewogener, was den angesprochenen Punkt angeht. Und doch war es mir wichtig, mich kurz bei Ihnen zu melden – und meinen Ärger nicht einfach runterzuschlucken (oder das Gehörte ausschließlich mit anderen zu besprechen). Wenn Sie möchten, können wir gerne ins Gespräch kommen!

Herzliche Grüße aus Stuttgart,

Daniel Renz

 

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