Reingezogen

13. Januar 2013

Michael Endes »[U]nendliche Geschichte« kenne ich bis heute nur halb: Im zarten Alter von acht oder so begann ich das Buch heimlich zu lesen, … bis meine Mutter hinter die Ursache meiner Albträume kam und es mir wegnahm. Aber jetzt bin ich wieder drauf gestoßen: bei meiner (Kurz-)Predigt zu Johannes 1,29-34 heute.

Johannes der Täufer sagt da gleich zweimal über Jesus: »[I]ch kannte ihn nicht.« Aber dann eben auch so gewaltige Dinge wie: »Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!« Und schließlich: »Dieser ist Gottes Sohn.«

Johannes ist zum »Zeugen« geworden. Also zu einem, der es mit Jesus zu tun bekommen hat. Und es ist ihm ganz ähnlich gegangen wie Michael Endes Protagonist Bastian Balthasar Bux: Er wurde reingezogen in die Sache mit Jesus. Plötzlich war er selbst ein Teil von Gottes Geschichte. Und hinter dem ganz normalen Menschen Jesus sieht er jetzt auch eine göttliche Dimension. Von der er weitererzählt.

Wie wäre es, … wenn es uns mit der Bibel ganz genauso gehen kann wie mit Bastians »[U]nendliche]r Geschichte«? Eben noch wissen wir nichts von Jesus. Aber dann lesen und hören wir von ihm. Merken, wie die Grenzen von Raum und Zeit verschwimmen. Spüren, dass er uns meint. Werden mit Haut und Haaren reingezogen. Sind ein Teil von Gottes Geschichte. Und mit uns schreibt er sie weiter …

 

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