Reflexions-Routinen

18. August 2012

Via »ZEIT« und jetzt.de (ein Online-Angebot der »Süddeutschen« – wieder was gelernt) bin ich in der deutschsprachigen Lehrer(innen)-Blogosphäre gelandet. Und bin sehr angetan, wie klug, ironisch, im besten Sinne verletzlich – und gerade dadurch überzeugend – da erzählt wird.

Torsten Larbig alias Herr Larbig hat Anfang August eine »Blogparade« gestartet. Spontan erinnert mich das an das Mini-Projekt »3D Bloggen« von 2007 mit David und Simon (de Vries). Diesmal sind wesentlich mehr Leute aufgerufen, nämlich allgemein: »Reflektierende Praktiker (Lehrende und Co)«. Zu denen zähle ja auch ich, unter anderem durch Religionsunterricht und Konfirmandenarbeit. Deswegen … hier ein paar kleine Einblicke, bezogen auf die beiden genannten Praxisfelder.

Ach ja, hier noch die Frage (sinnwahrend umformuliert):

Wie reflektierst du im vollen Arbeitsalltag deine Praxis?

  • Ich bin relativ penibel, was Aufschriebe und Verlaufsskizzen angeht. Zumindest jetzt noch, wo mein Fundus relativ klein ist. Wenn sich dann ein Thema, eine Unterrichtseinheit usw. wiederholt, bin ich flugs wieder drin. Dabei helfen mir dann auch die kleinen Rückmeldungen, die ich mir beim jeweils letzten Mal notiert habe (»mittendrin« handschriftlich, später dann am Computer):
  • Ich bitte Kolleg(inn)en um Rückmeldungen. Allerdings müsste ich sie dafür noch viel häufiger teilnehmen bzw. teilhaben lassen an meiner Praxis. Was oft aus zeitlichen Gründen nicht so richtig klappt. Einfacher ist es mit Leuten, die eigens dafür da sind: Schuldekan, Studienleiterinnen, Pädagogik-Dozenten, …
  • Wichtig ist mir auch, dass sich die »Betroffenen« ehrlich äußern. Konfirmandeneltern fordere ich auf, ihre Kritik direkt an mich zu richten, meinetwegen auch über den Umweg Elternbeirat. Und den letzten Konfirmandenjahrgang habe ich am Schluss wissenschaftlich-anonym befragt. (Da fällt mir ein, dass ich die Sommerferien für die Auswertung nutzen wollte …)
  • Die Praxis lässt sich prima reflektieren, indem man über sie schreibt. Hier im Blog, aber auch bei Facebook (wo sich der anschließende Austausch meist noch dynamischer gestaltet, vor allem innerhalb geeigneter Gruppen).
  • Ich bin ziemlich neugierig, was die Praxis von Kolleg(inn)en angeht. Und kopiere mir rasch mal ein Arbeitsblatt, notiere mir eine Einstiegs-Idee, … Meistens finde ich die entsprechenden Zettel auch zur richtigen Zeit wieder.
  • Uns evangelischen baden-württembergischen Pfarrer(inne)n stehen jährlich zehn (!) Fortbildungstage zu. Und ich bin nach wie vor fest entschlossen, das zu nutzen. Auch in meinen regelmäßigen Stimmtrainings-Stunden wird die Praxis reflektiert.
  • Ich bin Mitglied einer kollegialen Beratungsgruppe, die sich mehrmals im Jahr über konkrete Fälle aus der Praxis austauscht. Meistens geht es um systemische Zusammenhänge, Rollenkonstellationen, … Das ist so hilfreich, dass ich es gerne auch über den derzeitigen Rahmen, die »Fortbildung in den ersten Amtsjahren« (FEA), hinaus beibehalten will. In dieselbe Schublade gehört die (Einzel-)Supervision, mit der ich neulich begonnen habe.
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