Pro ProChrist

7. April 2009

»ProChrist« 2009 ist vorüber. Acht Abende, live aus Chemnitz – und in über 1.300 Orten europaweit. Auch hier in Untertürkheim wurde eine Übertragung angeboten. Ich konnte nur einen Abend mit dabei sein, habe das Geschehen aber durchgehend via Internet mitverfolgt.

Über die Art und Weise der Veranstaltung mag man geteilter Meinung sein. Auch Ulrich Parzanys Predigtstil muss einem nicht liegen, klar (ich selbst habe unglaublich viel von ihm gelernt!). Und trotzdem: Selten habe ich das Gefühl, so nahe an der Kernaufgabe unserer Kirche zu sein. Zahlreiche positive Erinnerungen formieren sich – 2003 war ich als Zivi in Groß Kreutz mit dabei, 2006 als smart-Fahrer bei »ProChrist mobil« in Köln und DüsseldorfNatürlich ist Mission keine Sache des Augenblicks. Natürlich bedeutet Christsein nicht nur radikale Kehrtwenden. Natürlich lebt Glaube nicht nur von einschneidenden Events. Aber gewisse Kristallisationspunkte sind hilfreich – und sie ermutigen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Deswegen: Nur gut, dass Wolfgang Huber die langweilig-vorhersagbare Kritik an seinem Engagement im Kuratorium kurz und bündig zurückgewiesen hat.

Ob ProChrist allerdings vor Ort nachhaltig erfolgreich ist…das hängt von vielen Faktoren ab. Unter den 32 (zwischen 2003 und 2006) signifikant gewachsenen Gemeinden, die Wilfried Härle kürzlich mit einem Team untersucht hat, war keine, deren quantitatives Wachstum auf »ProChrist« zurückgeht. (Was nicht heißt, dass es solche Gemeinden überhaupt nicht gibt – und überhaupt muss sich Wachstum nicht unbedingt in Zahlen niederschlagen!) Dementsprechend abwartend wäre ich, was ein konkretes Engagement angeht: Leben die Christen eigentlich in »normalen« Alltagsbeziehungen…oder halten sie sich nur im »christlichen Ghetto« auf? Ist ihr Glaube auch sonst einladend…oder nur während der Veranstaltung? Sind im Moment vielleicht ganz andere Formen von Mission gefragt? Fragen, die ich nicht zuletzt an mich selbst richte.

 

2 Kommentare zu “Pro ProChrist”

  1. Alex meint:

    Auch wenn Huber – meiner Meinung nach – manchmal etwas kühl oder langweilig rüberkommt; er trifft den Nagel auf den Kopf.

  2. Martin meint:

    gute gedanken…auch ich frage mich, was pro christ bringt – und was es bringt, wenn die gemeinde dahinter pro christ nur in ihrem “ghetto” zeigt und macht.

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