Predigen im Plauderton?

28. September 2011

Aus aktuellem Anlass bin ich auf einen früheren Blog-Eintrag gestoßen: Vor einem guten Jahr habe ich mich gefragt, ob man auf der Kanzel vielleicht ganz ähnlich sprechen sollte wie am Küchentisch (bzw. im Radio): in einem zugewandten, fast beiläufigen Tonfall, der gar nicht erst versucht, eine Distanz zu überbrücken.

In der letzten Stimmtraining-Stunde habe ich jetzt einfach mal den Test gemacht – und einen (Radio-)Text erst am Küchentisch und gleich anschließend (im selben Tonfall!) auf der Kanzel vorgetragen. Ergebnis: Es fühlt und hört sich komisch an. Hauptkriterium: Beim Predigen brauche ich definitiv längere Pausen. Und auch mit der »nebensächlichen« Klangfarbe muss ich vorsichtig(er) sein.

Ob das vielleicht schlicht daran liegt, dass ich am Küchentisch gewöhnlich zu ein bis fünf (mir meist recht vertrauten) Personen spreche, auf der Kanzel aber – meistens – zu mehr (und auch fremden) Leuten, die eben alle meinen Gedanken hinterher-denken sollen? Ich muss mich mal beobachten, wenn ich das nächste Mal vor einer kleinen Gemeinde spreche. Ob es dann automatisch schon mehr nach Küchentisch klingt?

 

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