Poetische Persönlichkeiten

22. Dezember 2011

Charakterstudien, Gabentests und dergleichen haben ja gleich mehrere Haken. Ich persönlich bekomme vor allem dann Schwierigkeiten, wenn ich mich auf irgendwelchen Entweder-oder-Skalen einordnen muss. (Bis heute ist mir zum Beispiel schleierhaft, ob ich nun beziehungsorientiert oder sachorientiert ticke. Wer’s weiß, bitte melden …)

Jörg Bergers Büchlein »Das 9×1 des Charakters« – ein Zufallsfund aus der neuen Stadtbibliothek – gefällt mir vielleicht deshalb so gut, weil sich die neun definierten Persönlichkeiten nicht gegenseitig ausschließen. (Ich finde auf Anhieb mindestens drei, die mir entsprechen.) Und weil Wachstumsbringer, Gemeinschaftsstifter, Hoffnungsträger, Sinneswecker, Brückenbauer, Vertrauensstifter, Freudenboten, Freiheitskämpfer und Friedensstifter so poetisch wie anschaulich daherkommen …

Unsystematisch ist die Sache übrigens trotzdem nicht. Mausklick vergrößert.

 

7 Kommentare zu “Poetische Persönlichkeiten”

  1. birgit meint:

    Na bitte! Das ist eine Variante vom Enneagramm. Und das ist ja sowieso toll.

  2. Johanna meint:

    Lustig. Mit dem Eneagramm beschäftige ich mich auch gerade. Allerdings ist da schon die Annahme, dass jeder Mensch hauptsächlich einen Persönlichkeitstypus hat, eine Richtung, in die er sich von seinen Einstellungen und Verhaltensweisen vor allem entwickelt hat. Wir können uns ja an Weihnachten mal austauschen – und magst du das Buch mitbringen? :)

  3. Daniel meint:

    … kommt drauf an, ob ich es heute verlängern kann. (Abgabefrist: 23. Dezember …)

  4. Tobi meint:

    Die Annahme beim Enneagramm ist doch eher, dass man sich ab einem gewissen Grad nur noch innerhalb eines Typs entwickeln kann, oder? Deswegen ja die Ansage, dass man es eigentlich erst ab 30(?) in die Hand nehmen soll, wenn ich mich nicht täusche.
    Zu der Sache mit den entweder-oder-Geschichten: Es ist natürlich deutlich einfacher, Menschen gewissen Typen zuzuordnen, wenn die Fragen pointiert daher kommen. Dass es keine individuelle Beschreibung eines Menschen ist, ist natürlich klar. Allein schon das Einführen einer Skala (“Ich bin ein sachorientierter Mensch” und dann eine Zuordnung von “stimmt überhaupt nicht” bis “stimmt voll und ganz”) macht die Sache unglaublich komplex. Bei ordentlichen solchen Tests wurden zuvor ausführlichere Fragebögen eingesetzt, anhand derer die “Typen” ermittelt und dann eben Kurzfragebögen entwickelt, dank derer auch andere Personen typisiert werden können. Bei ordentlichen Tests wird auch mit ordentlicher Statistik gearbeitet (um eben überprüfen zu können, ob die Ergebnisse valide sind usw.). Und noch etwas: Aufgrund der enormen Schärfe der Fragen wird in der Regel ja auch betont, nicht über die Fragen nachzudenken, sondern intuitiv, dem ersten Gedanken folgend, anzukreuzen. Aber warum schreib ich das alles? Eulen nach Athen … ;-)

  5. Steffen meint:

    “…ein Zufallsfund” Daniel, das glaube ich nicht;-)
    Sehr interessant. Vor allem: Selbst ich als Laie finde ebenfalls mindestens drei meiner “Muster.
    Sollte diese Zahl “Zufall” sein? Oder ist was dran, an der “göttlichen Zahl”?

    Schönes Fest.

  6. rudolf meint:

    Interessant! Die neun Typen aus dem Büchlein kann man prima von 1 bis 9 um das Enneagramm-Symbol herum platzieren, und… es passt!
    Im übrigen scheint es mir so, dass jeder unterschiedlich große Anteile aller Enneagrammtypen in sich trägt, und das kann sich verändern. Deshalb ist das Ennegramm eben gerade kein statisches Schubladensystem, sondern ein überaus dynamisches System, das Energievektoren, sowie positive und negative Entwicklungspotentiale aufzeigt.

  7. Franz meint:

    Frohes Neues!

    Tobi hat Recht: meist ist die Unterteilung in entweder/oder Kategorien eine Vereinfachung komplexerer Aussagen und Tests. Da nicht jeder die Zeit und Lust hat, jede Aussage auf einer fünfstufigen Skala zu beurteilen, bedient man sich der entweder/oder Tests, da diese leichter und schneller zu machen sind. Ein Vergleich eines solchen Tests zum Enneagramm findet sich hier: http://www.typentest.de/typentest_de_-_vergleich_zum_e/typentest_de_-_vergleich_zum_e.htm . Interessant ist, dass es da Übereinstimmungen gibt, obwohl des Enneagramm per se ja nicht auf Tests basiert.

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