Persönliches Stöckchen

30. November 2013

Eine Zeitlang konnte man jede Woche eins fangen in der Blogosphäre. Aber das war mal. Das erste »Stöckchen« seit langem hat Frau Auge mir zugeworfen. Kurz vor Kirchenjahresende hab’ ich’s nun gefangen. Hier meine Antworten.

Wer hat dir als erste_r von Gott oder dem Göttlichen erzählt?

Ganz klassisch: meine Eltern. Eine meiner ältesten Erinnerungen: Meine Mutter erklärt mir geduldig, dass es in der achten Strophe von »Nun ruhen alle Wälder« – »… und nimm dein Küchlein ein« – nicht um Essen geht …

Dein liebster Satz aus der Bibel?

»Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer« (Johannes 21,4a). Weil da gar nicht so klar ist, wer von beiden zuerst da ist: der Morgen oder Jesus …

Betest du? Und wenn ja: wie und zu wem?

Ja, ich bete. Teils gezielt – zu festen Zeiten, an festen Orten. Aber immer häufiger spontan, innerlich, nebenbei. Beten – Handlung und Haltung. Mit dem kürzlich tödlich verunglückten
Hans-Peter Royer: »Nach dem Amen bete weiter« … Zu wem ich bete? Zu dem Gott, von dem die biblischen Texte so vielseitig erzählen. Wenn ich Gott anrede, versuche ich, möglichst viele seiner Namen zu verwenden. »Vater«, »Jesus« und »Heiliger Geist« kommen dabei besonders oft vor.

Welches ist das Fest im Kirchenjahr, das am meisten deiner Art zu glauben entspricht?

Karsamstag. Der vergessene Tag »zwischen den Zeiten«. Jesus ist tot, aber wird auferstehen. Gott sprengt die Grenze zwischen Abwesenheit und Anwesenheit. Er ist weg, aber ansprechbar. Mitten im Dunkel macht sich das Licht bereit. Halt, jetzt wird’s kitschig. Dabei meine ich’s ganz existenziell. Christlicher Glaube, auch meiner, muss mitten durch den Zerbruch. Gott selbst musste durch. Da ist längst nicht alles gut, auch nicht im Nachhinein. Ich glaube manchmal sehr nüchtern, realistisch. Und lasse mir im selben Moment nicht das Träumen verbieten. »Da, zwischen dem Karfreitag, dem letzten Tag der alten Welt, und dem Ostersonntag, dem ersten Tag der neuen Welt, da liegt der zweite Tag: in dem leben wir.« (Rudolf Landau).

Findest du es sinnvoll, Mitglied der Kirche zu sein?

Wie war nochmal die Frage? Ob Kirchenmitgliedschaft »sinnvoll« ist oder nicht, das klingt so rationalistisch-berechnend. Geht es da um Sinn und Zweck? Oder ganz einfach darum, dass christlicher Glaube schon immer mit Gemeinschaft zu tun hatte, gar nicht anders geht? Und ja, ich weiß: Kirche ist längst nicht immer, wie sie gedacht ist. Aber das wäre die nächste Frage.

… jetzt lese ich erst mal noch, wie andere antworten.

 

Ein Kommentar zu “Persönliches Stöckchen”

  1. Bernhard meint:

    Danke, lieber Daniel, für die Zeilen, die mich bewegt haben!

Deine Meinung?!