Odyssee ins W-LAN…

17. Dezember 2008

Das gestern beschriebene Phänomen hat natürlich immer konkrete Ursachen…

Es hatte so gut angefangen: Kaum eingezogen, schon funktionierte das Internet. Zunächst allerdings nur via Kabel. Was tun, wenn man mal im gemütlichen Wohnzimmer surfen will? Oder wenn Besuch mit mobilen Rechnern kommt? »Alles klar«, dachten wir: »Ein W-LAN-Router muss her…«

Es folgte das bereits umfänglich bekannte Trauerspiel in Deutschlands Service-Wüste, zu der offenbar auch der beliebte Schwarzmarkt ebay gehört.

9. September 2008: Ich biete auf einen ebenso günstigen wie robusten W-LAN-Router…und erhalte am selben Tag den Zuschlag. Den geforderten Betrag überweise ich umgehend.

11. September: Mein Verkaufspartner erweitert mein Bewertungsprofil um die angenehme Feststellung: »Vielen Dank!! Alles bestens gelaufen!!« Pustekuchen…

21. September: Ich hake vorsichtig nach. Ob das Gerät schon auf dem Postweg sei…?!

24. September: Da sei wohl was schief gelaufen, heißt es: Die Post habe das Paket nicht zustellen können. Ob meine Adresse richtig angegeben sei? Wir schreiben mehrfach hin und her – und stellen fest, dass ebay kurzer Hand meine (alte) Tübinger Straße mit meiner Stuttgarter Postleitzahl kombiniert hat. (Wobei ich allerdings meine neue Anschrift nochmal extra via Kommentarfeld angegeben hatte – wohl in düsterer Vorahnung…)

25. September: Das Päckchen wird nochmal losgeschickt…

1. Oktober: …ist aber auch eine Woche später noch nicht da.

6. Oktober: Mit enormer Verzögerung halte ich den Router in Händen. Vorerst nur in seiner Originalverpackung. Ein grausamer Fehler…

23. Oktober: Ich habe ein, zwei Stunden Zeit – und knöpfe mir den Router vor. Problem: Das Netzteil fehlt. Dafür liegt ein anderes, leider völlig unpassendes Anschlusskabel bei. Klasse… Ich melde mich wieder bei meinem Verkaufspartner. Zunächst per email, …

26. Oktober: …dann, als keine Antwort kommt, nochmal via ebay.

1. November: Mein Verkaufspartner bittet umfänglich um Entschuldigung – und stellt klar, dass er sofort nach dem richtigen Kabel suchen würde… Wenige Stunden später eine Misserfolgsmeldung. O-Ton: »Das ist mir jetzt wirklich unangenehm, ehrlich!« Ich stelle fest, dass Ersatzkabel im Fachhandel gar nicht so billig sind – und biete an, das Gerät zurückzuschicken, gegen Erstattung des bezahlten Betrags natürlich.

6. November: Mir wird ein urplötzlich aufgetauchtes Kabel angeboten, das sich aber (der Beschreibung nach) als schlichtes Telefonkabel entpuppt.

7. November: Der (verständlichen) Feststellung »Ich habs echt langsam leid« lässt mein Verkaufspartner eine Fülle abstruser Argumentationsgänge folgen: »Ich bin mir sicher, dass ich die Anlage komplett eingepackt habe!« (Ach so…dann habe ich also falsch ausgepackt?!) Das fehlende Netzteil sei durch die unglückliche Verdreifachung der Portokosten quasi schon bezahlt. (Da sage nochmal jemand, der Stellvertretungs-Gedanke sei aus der Mode…und nochmal – ich hatte die richtige Anschrift angegeben.) Und falls ich die Anlage nicht mehr haben wolle, könne ich sie doch selbst bei ebay anbieten. (Tolle Idee – dann aber mit richtiger Produktbeschreibung, nehme ich an…)

8. November: Schweren Herzens nehme ich die erste Negativ-Bewertung meiner ebay-Karriere vor. Kann der Versuchung nicht widerstehen, noch ein Foto des falschen Anschlusskabels zu schießen und es meinem Verkaufspartner zukommen zu lassen. Die email kommt nicht an – »Unknown recipient«. Netter Trick. Direkt über ebay funktioniert es dann.

3. Dezember: Ich finde wieder die Nerven – und bestelle (ja, wieder via ebay…) ein Universal-Netzteil.

9. Dezember: Die Lieferung ist da.

14. Dezember: Ich habe etwas Zeit… Der Router läuft – und lässt sich nach einigem Hin und Her prima einrichten. Ganz nebenbei stelle ich fest, dass noch ein weiteres unnötiges Zusatz-Kabel beilag…

So. Schwamm drüber. Wobei: Ausgerechnet jetzt warte ich schon wieder ungebührlich lange auf einen ebay-Artikel…

 

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