Nicht tief genug

13. März 2014

»Der gläserne Bauch« – im Gottesdienst am Sonntag Abend geht es ums heikle Thema Pränataldiagnostik. Ich darf die Ansprache halten. Lese von Nackentransparenzmessung und Erst-Trimester-Screening. Von Wahrscheinlichkeitsangaben und falsch positiven Ergebnissen. Vom Wunsch nach Gewissheit und tiefster Beunruhigung. Und je banaler und brüchiger meine eigene Sprache wird, desto mehr bewegt mich das Lied von der Weisheit Gottes im Hiobbuch. Die zu tief liegt für Spaten und Hacke, für Ultraschallgerät und Hohlnadel … Muss man da überhaupt noch was sagen?

Eisen bringt man aus der Erde, und aus dem Gestein schmilzt man Kupfer. Man macht der Finsternis ein Ende, und bis ins Letzte erforscht man das Gestein, das im Dunkel tief verborgen liegt. […] Man zerwühlt wie Feuer unten die Erde […] Den Steig dahin hat kein Geier erkannt und kein Falkenauge gesehen. Das stolze Wild hat ihn nicht betreten, und kein Löwe ist darauf gegangen. Auch legt man die Hand an die Felsen und gräbt die Berge von Grund aus um. Man bricht Stollen durch die Felsen, und alles, was kostbar ist, sieht das Auge. Man […] bringt, was verborgen ist, ans Licht. Wo will man aber die Weisheit finden? Und wo ist die Stätte der Einsicht? Niemand weiß, was sie wert ist, und sie wird nicht gefunden im Lande der Lebendigen. […] Sie ist verhüllt vor den Augen aller Lebendigen, auch verborgen den Vögeln unter dem Himmel. Der Abgrund und der Tod sprechen: ‚Wir haben mit unsern Ohren nur ein Gerücht von ihr gehört.‘ Gott weiß den Weg zu ihr, er allein kennt ihre Stätte. Denn er sieht die Enden der Erde und schaut alles, was unter dem Himmel ist. […] […] Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und meiden das Böse, das ist Einsicht.“ (Hiob 28,2f.5a.7-10.11b.12f.21-24.28)

 

Ein Kommentar zu “Nicht tief genug”

  1. Steffen meint:

    Nein!

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