Neue Perspektive

8. Juli 2011

Keine Frage: Für den Abtreibungs-Slogan »Mein Bauch gehört mir!« und die Aktion »Wir haben abgetrieben!« von 1971 gab es Gründe. Vermutlich auch gute Gründe. Dass Männer meinten, im Alleingang über das Schicksal »ihrer« Kinder bestimmen zu dürfen, während Frauen mit den Folgen leben mussten (wie auch immer die Entscheidung ausfiel), – an dieser Lage musste gerüttelt werden. Mit Erfolg – zumindest in dieser Hinsicht.

Etwas höchst Fragwürdiges hat dieser Erfolg allerdings, wenn man multiperspektivisch denkt. Weitere Argumente berücksichtigt. Und, vor allem: die ungeborenen Kinder in den Blick nimmt. Die Zahlen mögen so niedrig sein wie nie – 110.431 abgetriebene getötete Kinder im Jahr 2010 (zuzüglich Dunkelziffer-Zahl!) sind eine Schande. Anders gewendet: Auf sechs geborene Kinder kommt in Deutschland ein ungeboren beseitigtes.

Ob Kardinal Joachim Meisner Gehör findet mit seinem jüngsten Votum in »Christ & Welt«, darf (trotz treffender Argumente) bezweifelt werden. Wesentlich bessere Karten hat da Gitta List die sich zwei Wochen zuvor in derselben Zeitschrift an ihre »feministischen Schwestern« wandte. Ihr differenziertes, erfreulich unideologisches Plädoyer macht Mut. Und Hoffnung für die nächsten 40 Jahre

 

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