Mogelpackungen?

17. Juni 2011

Strukturschwache ländliche Räume – eine Herausforderung für Staat und Kirche. Was macht man, wenn immer weniger Menschen immer älter werden? Wege immer länger und beschwerlicher?

Der Staat ruft unter anderem auf zu mehr »bürgerschaftlichem Engagement«: Die Menschen sollen selbst Verantwortung füreinander übernehmen. An sich gut und richtig. Aber ein schaler Beigeschmack bleibt. Geht es da nicht vor allem darum, Geld zu sparen?

Die Kirche betont das »Priestertum aller Glaubenden«: Alle sind Gemeinde, nicht nur die Hauptamtlichen. An sich gut und richtig – und viel zu lange vernachlässigt. Aber: Bleibt womöglich auch hier der schale Beigeschmack des eingesparten Geldes?!

 

4 Kommentare zu “Mogelpackungen?”

  1. Iwe meint:

    Die Frage ist, wo wirklich Einsparungseffekte auftreten. Oft wird schnell nach ehrenamtlichem Engagement in der Kirche gerufen – möglicherweise auch in der Hoffnung auf finanzielle Spareffekte – ohne zu berücksichtigen, daß Ehrenamtliche für ihr Engagement auch vorbereitet werden müssen und Begleitung brauchen. Auch das kostet Zeit – und Geld.

  2. Johannes meint:

    Habe am letzten Wochenende eine Gemeinde getroffen, die unglaublich vom ehrenamtlichen Engagement lebt. Und das hat die letzten 9 Monate sogar ohne Pfarrer gut geklappt. Hat mich wirklich überzeugt.

    Biblisch gesehen könnte man sogar argumentieren, Pfarrer seien überbezahlt. Schließlich muss (und will) kaum einer seinen Unterhalt als Zeltmacher im Stile Paulus selbst erwirtschaften. (Da gabs vor ein paar Tagen auch einen Gedankenaustausch mit Thorsten und Udo auf Facebook.)

    Ganz säkular bin ich heute auf diese Projekte gestoßen: opennet-initiative.de / freifunk.net – Da wurden Dörfer/Gebiete, die wegen zu geringer Wirtschaftsleistung kein Breitband-Internet bekamen, durch eine kreative non-profit Bürgerorganisation mit solchem versorgt. Find ich außerordentlich gut.

    Natürlich haben die Württemberger mehr Geld als die Westfalen und es blöd, wenn sie es an der falschen Stelle ausgeben.
    Ich glaube, der schale Beigeschmack verschwindet, wenn das Engagement nicht geschehen muss, weil es von oben diktiert wird. Wenn Menschen etwas anpacken, weil es ihnen wichtig ist und Freude macht, dann verliert das Geld den Diktatoren-Job.

  3. Daniel meint:

    Yep – das wird der Knackpunkt sein: Geschieht Gemeinde ganz »alleine« »von unten« – oder wird dieser Prozess verordnet? Das hat was mit dem Unterschied zwischen Früchten und Werken zu tun, glaube ich…

  4. Daniel meint:

    …zur Internet-Selbstversorgung siehe übrigens auch: http://www.daniel-renz.de/dsl-im-eigenbau

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