Misserfolg verboten

10. November 2009

2001 besuchten insgesamt vier Millionen Menschen eine von Reinhard Bonnke und »Christus für alle Nationen« initiierte Großevangelisation in Ibadan (Nigeria). Intern spricht man von einer überwältigenden »Seelenernte«…

Jetzt kommt Bonnke mit seinem Team erneut nach Ibadan. Ein Video sowie einige persönliche Zeilen von Bonnke machen deutlich: Die Erwartungen sind riesig.

Ich fühle mich hin- und hergerissen. Einerseits finde ich die Art und Weise der Werbung und Stimmungsmache platt, schon rein sprachlich/stilistisch/rhetorisch. (Warum kommen da eigentlich so viele?) Theologisch bekomme ich Bauchschmerzen, wenn christliche Existenz als ununterbrochene Kette von Highlights präsentiert wird, ohne dass der Sonntag mal zum Alltag werden dürfte. Und nicht zuletzt frage ich mich, ob Gott überhaupt noch eine Chance gelassen wird, in Ibadan keine Wunder zu tun… (Beispiel-Zitat von Bonnke: »Ich bin mir absolut sicher, dass wir dank der Gnade des Herrn auch in der laufenden Saison 2009/2010 wieder sehen werden, wie Millionen kostbarer Menschen zum Herrn kommen.« Zugleich ein Beispiel für meine ersten beiden Anfragen.)

Andererseits: Könnte Gott auch diesen merkwürdigen, für mich befremdlichen Weg wählen, Menschen zu begegnen? Wer bin ich, dass ich das wiederum kategorisch ausschließen könnte?

 

Ein Kommentar zu “Misserfolg verboten”

  1. Tobi meint:

    Herrliche Formulierung: ” in der laufenden Saison 2009/2010″. Macht er auch Vorbereitungsspiele?
    Es stellt sich halt die Frage nach Hoffnung und Gewissheit und auch, inwieweit das, was Bonnke verspricht, letztlich als “christliche Verheißung” angesehen werden kann.

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