Miese Tricks bei Apple

24. Februar 2008

Ich höre sie schon, die verwunderten Ausrufe: »…und so ein Beitrag von dir?!« Tja. Um einen im wahrsten Sinne des Wortes angeschlagenen Mythos ging es vor einiger Zeit schon mal – und da meine Erfahrungen mit Apples Service noch nie die allerbesten waren (warum um alles in der Welt wird ein in Mannheim abgegebenes Gerät in Irland repariert, von wo es Wochen später völlig verkratzt zurückkommt?!), schildere ich mein letztes Ärgernis zwar nicht musikalisch, dafür aber bewusst in epischer Breite… Die Sache ist schon letztes Jahr passiert – aber die entscheidenden Dinge habe ich noch gut genug im Kopf…

…so die offiziellen Konditionen von Apples »Back-to-School«-Aktion. Klang gut und wasserfest – und da Judith sowieso zum Glauben gekommen war und ein MacBook kaufen wollte, haben wir zugeschlagen. Am 30. Oktober 2007, also innerhalb des geforderten Zeitraums. Nur so viel: Den iPod später zu einem angemessenen Preis via ebay zu verkaufen, war das geringste Problem…

Die erste Ernüchterung: Den »Rabattantrag online einreichen« war nicht. Der entsprechende Link existierte schlicht nicht (mehr). Na ja, dann eben etwas handfester: Die fein säuberlich ausgeschnittenen Etiketten des Versandkartons mussten per Post an eine ominöse Postfach-Adresse in Großbritannien. Na ja.

Wochenlang tat sich nichts. Das sei normal, hieß es von verschiedenen Seiten. Dann, am 10. Dezember 2007 (man beachte das Datum!) folgende unübertroffen unsinnige email:


Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

Ihr Antrag für die Teilnahme an der Werbeaktion ‘Back-To-School’
ist bei uns eingegangen. Leider entspricht Ihr Antrag nicht den
Angebotsbestimmungen dieser Werbeaktion und ist daher nicht
qualifiziert. Eine Rabattrückzahlung ist nicht möglich. Ihr
Antrag wurde aus folgendem Grund bzw. aus den folgenden Gründen
abgelehnt:

# Ihr qualifiziertes Mac Produkt wurde nach Ablauf dieser
Werbeaktion gekauft. Die Aktion endete am 20/12/2007.

Die von Ihnen gekauften Produkte erfüllen leider nicht die
Voraussetzungen für die Inanspruchnahme dieses Angebots.

Bitte lesen Sie die entsprechenden Angebotsbestimmungen, um
sicherzustellen, dass Sie für die Teilnahme an zukünftigen Apple
Werbeaktionen qualifiziert sind. In den Angebotsbestimmungen
finden Sie eine ausführliche Liste der jeweiligen Anforderungen.
Die Angebotsbestimmungen für diese Werbeaktion finden Sie auf der
folgenden Web-Seite:

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Apple Promotions Team

Bitte antworten Sie nicht auf diese E-Mail.
Sie wurde von einer Adresse versendet, die keine eingehenden Nachricht
akzeptieren kann.

Fühlte mich irgendwie hilflos. Die angegebene Internetseite verriet mir lediglich, was ich ohnehin schon wusste: Dass ich das Gerät spätestens am 30. Oktober 2007 hätte bestellen müssen. Aaarrgh…

Ein Anruf bei Apple endete schlussendlich damit, dass ich mit einer englischsprachigen Mitarbeiterin verbunden wurde… War froh, mit Ach und Krach ihre email-Adresse zu verstehen – und ihr das Beweismaterial zuzuschicken. Stunden später kam die Antwort:


Hi Mr Schlunk

Thank you for contacting the Apple Store

I enquired about your issue. I regret to inform you that the reason you were disqualified was that the 31st of October was the cutoff point for sending in your application, not the cut off point for purchasing the items. Thats why your application wasn’t accepted.

I apologize for the inconvenience

Kind Regards


Anders ausgedrückt: »Es ist uns völlig egal, wann Sie Ihren Mac bestellt haben. Dass wir die Aktion auch am 31. 30. Oktober offensiv beworben haben, tut nichts zur Sache. Entscheidend ist, ob Apple die Geräte rechtzeitig zugestellt hat…und ob Ihr Brief nach England rasch genug war.«

Leicht demotivierend wirkte auch eine kurz vorher verschickte email, die mich darüber informierte, der »Status« meiner Bestellung sei »geändert« worden. In der neuen Übersicht tauchte der 30. Oktober als entscheidendes Datum nun nicht mehr auf.

Rief praktisch täglich bei Apple an. Es stellte sich heraus, dass es dort auch deutschsprachige Mitarbeiter gibt. Die meinten stets, das Problem liege bei einer beauftragten englischen Firma. Man werde sich aber um die Sache kümmern (konkret: »meinen Chef«) benachrichtigen etc. – und »spätestens morgen« etc. eine email schicken. Was aber nie passierte.

Geht es zu weit, wenn ich von einer gezielten Masche ausgehe?! Einfach mal die Zahlung verzögern – und schauen, ob der Kunde aufgibt? Wäre ja leicht verdientes Geld…

Nachtrag: 2008 kam das Geld dann doch noch. Und ich konnte einfach nicht anders, als mich bei der zuerst erwähnten Apple-Sachbearbeiterin zu melden…


Dear Mrs. …

I regret to inform you that I got my money back now…

Nevertheless: Nice greetings – and a blessed year 2008!

Daniel Schlunk

Zu allem Überfluss hat das Gehäuse meines MacBooks schon wieder einen Sprung. Diesen Schaden darf »GRAVIS« gerne nochmal beheben…aber wohl erst nach dem Examen.

 

6 Kommentare zu “Miese Tricks bei Apple

  1. Hufi meint:

    Mmmmh. So einen Sprung hatte ich auch schon zweimal. Nervig.
    Von meinen Bruder habe ich nicht gehört, dass der Probleme beim Backt to School-Angebot hatte.

  2. Samuel meint:

    Also ich habe mein MacBook und den IPod auch zu dieser Zeit und über dieses Angebot erworben und bei mir gab es keinerlei Probleme. Da lief alles reibungsfrei ab. Und einen Riss im MacBook hatt ich auch noch nie ;) Ich bin also voll und ganz zufrieden =)
    Liebe Grüße, Sam

  3. Simon meint:

    Super dass das Geld dann noch kam :-) den Riss konnte ich auch schon beklagen aber nach der Reparatur ist alles gut und seither scheint auch nichts neues einzureißen. Was den Service angeht, so hatte Apple bei meinem Macbook drei Monate das Problem dass sie sich meinem defekten Airport nicht angenommen haben.

    Meine Reaktion darauf waren 57 Anrufe bei AppleCare (kannte einige Mitarbeiter zuletzt persönlich) und folgende “Entschädigungen”:

    Ein neues Macbook mit funktionierendem Airport, ein iPod nano, drei Apple Tastaturen (wegen Fehlversand eine deutsche und zwei holländische), eine MightyMouse, 2 GB Ram (hatte nur 512 MB), ein extra Akku und alle Bildschirmadapter fürs Macbook.

    Man muss ihnen nur auf die Füße stehen … dann geht das schon :-)

  4. Daniel meint:

    @ Sam: Glückwunsch zum Mac! Das wusste ich ja noch gar nicht… :-)

  5. nils meint:

    bei mir gab es auch absolut keine probleme.

  6. rabbilydia meint:

    naja… ich fang mal gar nicht an mit meinen mac geschichten… wer 3 macs in 4 jahren verschleisst… :-)

    nunja. ich sitze dennoch hier froehlich mit meinem macbook.

Deine Meinung?!