Magister Theologiae

16. Juli 2009

Es ging schneller als ich dachte. Zumindest in Heidelberg. Dort bietet die Evangelisch-Theologische Fakultät ab dem kommenden Wintersemester (2009/2010) den Studiengang »Magister Theologiae« an. Und: Der ist verbindlich für alle Theologiestudierenden – auch die, die das Pfarramt anstreben. (Was eine entsprechende Flexibilität der Landeskirchen voraussetzt.)

Wer jetzt aber befürchtet, im Zuge des europäischen Bologna-Prozesses bilde die Heidelberger Uni zukünftig nur noch Schmalspur-Theolog(inn)en aus, den dürfte ein Blick in die Studiengangsbeschreibung beruhigen: Inhalte und Aufbau erinnern doch verdächtig an den bisherigen Pfarramts-Studiengang. Und auch für den war eine verstärkte Modularisierung ja schon beschlossene Sache gewesen.

Diese wiederum sehe ich zwiespältig. Ich selbst bin froh, noch (relativ) »frei« studiert zu haben. Ich kenne aber auch genügend Leute, denen eine stärkere »Verschulung« letztlich gut getan hätte. Das ist wohl eine Typfrage. Und insbesondere Typen wie ich müssen sich vor Augen führen, dass auch am bisherigen System genügend Kommiliton(inn)en gelitten haben – darunter auch viele, die sich niemals zum Examen angemeldet haben. Die Frage, wie gute und schlechte Theologie entsteht, steht auf einem ganz anderen Blatt.

 

Ein Kommentar zu “Magister Theologiae”

  1. Alex meint:

    Wie schoen, dass aus dem Ozean der Bologna-Ungeheuer noch ein Leuchtturm der Hoffnung herausragt. Als zertifizierter B.A. / M.A. und grosser Fan des Bologna-Prozesses lese ich es doch gerne, dass die Umsetzung nicht ueberall gleich stuemperhaft erfolgt.

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