Liebe Lucy, …

18. August 2013

… deiner Ankunft gingen heftige Debatten im Familienrat voraus. Einen Hund versorgen, also quasi ein fünftes Kind, – würden wir das packen? Und unsere Eltern, wenn wir Kinder erst mal aus dem Haus wären?

Ich selbst – damals schon kurz vor dem Abi und auf dem Sprung – gehörte zur skeptisch-zurückhaltenden Minderheit. Die allzu rasch überstimmt war. Tatsächlich wurde unsere Beziehung nie die engste (obwohl ich doch als ältester Sohn das Zeug zum Alphatier gehabt hätte …). Nur selten waren wir zu zweit unterwegs. Was nicht heißt, dass mich dein Charme unberührt gelassen hätte! Und wenn ich – während Zivildienst und Studienzeit – auf Heimatbesuch nach Hause kam, hast du auch mich freudewedelnd begrüßt. Was mit an deinen unbestrittenen Hütehund-Qualitäten gelegen haben mag … Definitiv: Du bist ein Teil unserer Familie geworden. Ein-, zweimal hast du dich auch noch in unserem legendären (dann eingestellten) weihnachtlichen Familien-Rundbrief zu Wort gemeldet.

Wie du älter und mit den Jahren merklich schwächer wurdest, habe ich nur aus der Ferne miterlebt. Bewegend war es trotzdem. Genauso wie dein Abschied vorletzte Woche. Ich bin dankbar, dich ein paar Tage vorher nochmal gestreichelt zu haben (zum sichtlichen Missfallen meiner Tochter, die ganz genau merkte, dass sie in diesem Moment an den Rand rückte …). Wo du warst, ist jetzt eine kostbare Lücke. Du bleibst ein Teil unserer Familiengeschichte. Und in Gottes Schöpfung sowieso. Ich würde zu gerne wissen, welches Rudel du jetzt zusammentreibst …

Von Herzen,

dein Daniel

 

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