Kunden-Bindung

30. Juni 2013

Seit Mitte 2005 bin ich Kunde bei o2 – mal mehr, mal weniger zufrieden. Den Vertrag abzuschließen (in einer Filiale in der Greifswalder Fußgängerzone), das ging verhältnismäßig schnell. Ihn wieder aufzulösen, nun ja …

November 2012: Meine Geschwister überraschen mich zum 30. Geburtstag mit einem geheimnisvollen Päckchen, das sich prompt als Verpackung eines iPhone entpuppt.

Dezember 2012: Ich nehme das neue Wundergerät in Betrieb. Bin begeistert. Stelle aber zugleich fest, dass ich mit mobilem Internet noch begeisterter wäre. Von den Kosten einer o2-Vertragsumstellung bin ich weniger begeistert. Flüchtige Recherchen ergeben: Da gibt es erheblich günstigere Möglichkeiten – und ganz ohne 24-Monate-Knebel-Laufzeit.

2. Januar 2013: Ich überzeuge meine Liebste, ebenfalls auf dem iPhone-Gebrauchtmarkt zuzuschlagen. Auch für ihre Mobilfunknummer brauchen wir also mittelfristig einen neuen Tarif. Ein Anruf bei o2 bringt die ärgerliche Gewissheit: Die entsprechende Kündigungsfrist ist vor wenigen Tagen abgelaufen. Also nochmal ein Jahr … Ich selbst darf dagegen schon kommenden Herbst wechseln.

14. Januar 2013: Mein Kündigungsschreiben – »… zum jeweils nächstmöglichen Zeitpunkt« – geht auf den Weg.

1. Februar 2013: Telefonisch frage ich nach. Der Hotline-Mitarbeiter bestätigt den Eingang der Kündigung – und wartet so nebenbei mit diversen Extra-Konditionen auf, für den Fall, dass ich meinen Schritt »vorläufig« zurücknehme. Ich zögere, bin so nachgiebig, einem weiteren Anruf am späten Nachmittag zuzustimmen, … sage dann aber schnell ab.

4. Februar 2013: Ein anderer o2-Agent meldet sich bei mir. In besorgt-jovialem Tonfall. »Sie haben gekündigt. Ja, was ist denn passiert?« – »Ich möchte mobiles Internet, – und Sie sind viel zu teuer!« – »Ja, wie viel wollen Sie denn höchstens bezahlen?« Ich würge ab. Die Agenda kenne ich schon vom Kollegen. Nein, ich will kein Geld geschenkt bekommen. Ja, ich will tatsächlich kündigen.

März 2013: Der erste schriftliche Versuch. Ein o2-Umschlag mit der dreisten Aufschrift »Wichtige Unterlagen« spuckt diverse Flyer aus, eigens zugeschnitten auf Wechselwillige. Allerdings mit den Standard-Tarifen, die man auch ohne achtjährige Kundenschaft kriegt.

Mai 2013: Endlich erreicht mich eine schriftliche Kündigungsbestätigung. »Ihre Entscheidung bedauern wir sehr, aber vielleicht finden wir eine Lösung, mit der Sie zufrieden sind und die Sie zum Bleiben bewegt. Sagen Sie uns doch einfach direkt, was Sie sich von uns wünschen.« Für einen kurzen Moment werde ich schwach. Denke an die kürzlich irgendwo gefundene Empfehlung, Mobilfunkverträge grundsätzlich immer zu kündigen, um bessere Konditionen herauszuschlagen. Wünsche hätte ich viele … Aber die werden ihre Preise doch wohl kaum halbieren?!

Juni 2013: Dasselbe Schreiben, gemünzt auf die andere Mobilfunknummer. Dieselben Gewissensbisse. Nein, Schluss. Ich mag nicht mehr.

 

3 Kommentare zu “Kunden-Bindung”

  1. Peter meint:

    Du bleibst ja anscheinend Kunde von Telefonica. Da müssten sie doch eigentlich ganz zufrieden sein.

  2. Daniel meint:

    Eben, das kommt ja noch dazu … Ob ich ihnen kurz mitteile, dass ich letztlich doch nicht zur Konkurrenz gehe?

  3. Daniel meint:

    Was muss ich für ’ne Goldgrube sein für die … Eben lag das nächste Schreiben im Briefkasten, mit flehenden Bitten und personalisiertem Flyer …

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