Kritischer Rücktritt

11. Februar 2013

Als Erneuerer der katholischen Kirche gilt Benedikt XVI. nicht gerade (teils zu Recht, teils zu Unrecht). Um so bemerkenswerter finde ich seinen heutigen Paukenschlag. Mit seinem angekündigten Rücktritt hält der aktuelle Papst ja nicht zuletzt einem System den Spiegel vor, das seine Oberhäupter jahrhundertelang auch noch im Greisenalter die Amtsgeschäfte führen (und – in neuerer Zeit – durch die Welt jetten) ließ. (Was man sicherlich als Leitung der Kirche »durch Leiden und durch Gebet« interpretieren darf, dabei aber immer auch den Hauch des Unmenschlichen, wenn nicht überdies Peinlichen, verwehte.) Auch deshalb: Respekt, Benedikt!

 

Ein Kommentar zu “Kritischer Rücktritt”

  1. Steffen meint:

    Auch ich habe großen Respekt vor Joseph Ratzinger, Papst Benedikt XVI., von dem ich denke, dass er ein brillianter Theologe ist und vor allem aus seinem tiefen Glauben an Christus heraus, jetzt diesen Schritt gehen musste.
    Ich empfinde große Sympathie für unseren Bruder in Christus, auch wenn er unsere Kirche nicht wirklich als eine solche ansieht.
    Aber: Auch das verstehe ich, denn sein Glaube ist nun mal so und eben für diese Aufrichtigkeit achte ich ihn.
    Diese Stärke, sich selbst zurücknehmen zu können, die haben nicht viele Menschen.
    Für mich eine der beeindruckendsten Persönlichkeiten der Christenheit.
    Der Glaube als das “Mitgehen mit Christus”, das ist Ratzinger!
    Nicht konformistisch und populär, sondern dicht dran an der Botschaft Gottes, welche wir ja nur in Jesus finden können und welche auch von uns nicht immer gerne gehört wird, denn sie ist radikal, geht an unsere Wurzel und stimmt nicht mit dem überein, was wir selbst oft gerne möchten oder uns wünschen.
    Er kann Gott wirken lassen und muss sich nicht selbst aufdrängen.
    Die heutige (oft gottlose) Zeit und die Kirche(n), kann solche glaubenstereuen Nachfolger Christi auch nur schwer ertragen.
    Allerdings scheint mir, dass das schon immer das Problem war.
    Kennen wir das nicht auch von unserem Herrn? Auch er wurde und wird ja von Welt und Kirche oft nicht verstanden. Auch ihn möchten wir oft gerne anpassen.
    Nur: Gott wird nicht zurücktreten.
    Das macht mir Ratzinger sehr menschlich, zeigt seinen demütigen Charakter und entzaubert auch dieses Amt endlich ein bischen mehr hin zu dem was es ist: Zu einem Amt.
    Man – also mir geht es so – möchte ihn umarmen, diesen alten Mann, der mehr für die Wahrheit Gottes (Christus) auf sich genommen hat, als es die meisten von uns je könnten…

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