Kopf und Herz…

5. April 2007

Meine Mutter hat(te) heute runden Geburtstag. Davon habe nicht zuletzt ich profitiert – auf der Fahrt zum gemeinsamen Familienausflug konnte ich einen gründlichen Blick in eins ihrer neuen Bücher werfen…

David Gregory: »Die Einladung. Dinner with a Perfect Stranger«. Erinnert sofort an den (inzwischen verfilmten) »Besuch« von Adrian Plass. Und tatsächlich: die ersten 38 Seiten haben es in sich – und haben mich sehr berührt: Nick Cominsky, seines Zeichens Direktor für Strategieplanung und abgehetzter Zeitgenosse, wird per Brief zum Abendessen eingeladen – von Jesus von Nazareth. Die benachbarte Kirchengemeinde scheidet als Initiator dieser exquisiten Idee aus – denn die ist bei ihren (missionarischen) »Aktionen« immer so abstoßend unkreativ bzw. weltfremd. Bleiben die Freunde aus dem Büro. Doch auch diese Option ist unwahrscheinlich: Im Restaurant erweist sich Jesus (oder – wie es zunächst immer heißt – »Jesus«) als derart authentisch-liebevoll-ungewöhnlich-überraschend, das Nick rasch jegliche Scheu verliert und sich Stück für Stück auf das Abenteuer einlässt.

Es folgen Licht und Schatten: Eine durch und durch persönliche Begegnung. Seelsorgliche Worte. Tröstende Wahrheiten. Evangelium, direkt vom Urheber. Aber auch knallharte Apologetik, die Jesus dem diskussionsfreudigen Nick entgegenschleudert. Warum die anderen Weltreligionen logische Widersprüche enthalten. Warum die Welt nicht zufällig entstanden sein kann. Warum die Weltgeschichte zeigt, dass der Mensch moralisch versagt. Alles Argumentationsgänge, die genauso gut von Lee Strobel & Co. kommen könnten. Keine Missverständnisse – ich schätze es sehr, dass christlicher Glaube und Verstand sich nicht ausschließen. Aber dabei kann es eben immer nur um ein Nach-Denken, ein Hinterher-Denken gehen. Das Christentum lässt sich nicht beweisen. Wo das nicht ernst genommen wird, da wird Glaube kopflastig – und das Herz kommt zu kurz… Ich glaube, dass Jesus beides auf einzigartige Weise verbunden haben muss.

…wenn es jetzt in die Osterfeiertage hineingeht, dann wünsche ich mir von Herzen, dass wir weniger kognitiv argumentieren…und einfach die heilmachende Gegenwart Gottes genießen. Ja, die Auferstehung ist historisch überzeugend belegt. Aber genauso verändert sie (hoffentlich) unser Leben und Sterben. In diesem Sinne: Eine gesegnete Zeit euch allen!

Das Ende des Buchs ist – im wahrsten Sinne des Wortes – versöhnlich: Nick kommt verändert nach Hause. Seine Frau und seine Tochter sieht er mit völlig neuen Augen. Und er stößt auf einen Bibelvers, der für ihn schon Wirklichkeit geworden ist: »Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wenn jemand meine Stimme hören wird, und die Tür auftut, zu dem werde ich hineingehen und das Abendmahl mit ihm halten und er mit mir« (Offenbarung 3,20). Das gilt auch uns…

 

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