Kommerzielle Kehrtwende?

8. Juni 2013

Es war kurz nach Weihnachten, im Kino, unmittelbar bevor sich Bilbo Beutlin auf »[e]ine unerwartete Reise« begab. Da stieß ich zum ersten – und (als Fernsehmuffel) einzigen – Mal auf einen unerwarteten Werbespot der Commerzbank:

Woran liegt es, dass man den Banken nicht mehr vertraut? […] Wir haben etwas getan, was für uns bisher vielleicht nicht typisch war: Wir haben die Gründe bei uns gesucht. Und uns gefragt: Braucht Deutschland noch eine Bank, die einfach so weitermacht?

Das waren ungewohnte Worte, zumal aus dem Mund einer (lifestylig durchs morgendliche Frankfurt joggenden) Filialdirektorin.

Tatsächlich ein »[e]rster Schritt« in die richtige Richtung? Oder zu schön, um wahr zu sein? Ich fragte schriftlich nach den Hintergründen. Man schickte mir lediglich den Link zur – längst selbst entdeckten – Kampagne »Die Bank an Ihrer Seite«. Ich verlieh meiner Unzufriedenheit Ausdruck, verlangte nach konkreten Beispielen. Eine Nachfrage und drei Wochen später kam wieder ein Link: zum just veröffentlichten Geschäftsbericht 2012. »Ab Seite 85« fände ich »wichtige Informationen zu den Segmenten (z. B. Privatkunden)«.

Von der falschen Seitenangabe mal abgesehen: Fallen Entscheidungen über Lebensmittelspekulationen oder überzogene Boni vorrangig im Privatkundengeschäft? Oder ist das tatsächlich die richtige Spur, – weil die angestrebte Ausdehnung des Privatkundengeschäfts (danke, Alex, für die Recherche!) als gar nicht so profitabel wirkt? Fragen bleiben also. Mein Respekt für den wirksamen Werbespot allerdings auch.

 

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