Kirche oder Bahnhof?

28. April 2010

Es geht weiter – so allmählich beginne ich mit meiner Hausarbeit zum Zweiten Examen. Mein Thema – »Die Abkündigungen im evangelischen Gottesdienst« (selbst gewählt und hochspannend, glaube ich derzeit ;-) ) – hat mir »nebenbei« schon diverse Lesefrüchte beschert. Heute (gefunden im Tübinger Historischen Lesesaal): Friedrich Ludwig Reinhold über gewisse Eigenheiten der von ihm erlebten Gottesdienste:

Wie sehr die gemeinschaftliche Erbauung und überhaupt die Achtung für Religion unter dem anstandswidrigen Benehmen leide, das in unsern gottesdienstlichen Zusammenkünften von Zeit zu Zeit immer mehr einzureißen droht, liegt jedem zu nahe vor Augen, als daß es eines ausführlichen Beweises bedürfte. Denn wie ist da an wahre Rührung und an innige Erhebung des Herzens zu denken, wo die nötige feierliche Stille durch Störungen aller Art, durch Ein- und Auslaufen, durch Kindergeschrei und Hundegebell, durch Plaudern und Lachen, durch Herumreichen einer Schnupftabaksdose, und was des Unwesens mehr ist, jeden Augenblick unterbrochen wird?

Veröffentlicht im Jahr 1805. Hach, die ach so anständige alte Zeit… Und da beklage sich nochmal jemand über Konfis!

 

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