Kein Wunder

22. Juli 2013

Meine wichtigste Entdeckung in einer Predigt zur »Speisung der Fünftausend« neulich: Was wir meist als »Wunder«geschichte bezeichnen, … heißt in den Evangelien selbst gar nicht so! Im Gegenteil: Dort ist der Begriff (wird er denn überhaupt mal verwendet) in aller Regel negativ konnotiert (etwa in der populären Forderung nach »Zeichen und Wundern«, die Jesus problematisiert). Ob Heil und Heilung eben was ganz Normales sind, wo das Himmelreich anbricht? Und ob wir uns schon rein sprachlich den Zugang verbauen?!

 

4 Kommentare zu “Kein Wunder”

  1. Malte meint:

    Habe einmal in einer Predigt eine ganz ähnliche Auslegung gehört, die ich auch sehr ansprechend fand. Der theologische Ausgangspunkt war glaube ich Jürgen Moltmann. Jesus habe durch seine Totenauferweckungen, Heilungen, etc. einfach nur die Schöpfung wiederhergestellt. Dort hatten Tod und Krankheit ursprünglich keinen Platz. Wenn Jesus Wunder tut, dann tut er etwas ganz “natürliches”. Es ist diese Welt, die mitunter ziemlich “unnatürlich” ist.

  2. Daniel meint:

    :-)

    http://www.daniel-renz.de/mehr-als-wunder

  3. Malte meint:

    :) Sehr fein!

  4. Steffen meint:

    Warum unterscheiden zwischen Wunder und Natürlichkeit?

    “Wenn eine unerklärliche Sache einmal passiert, nennt man es Wunder, wenn sie sich andauernd wiederholt, nennt man es Naturgesetz. Das größte Wunder ist das Naturgesetz.” (Meir Seidler in “Schma Jisrael”)

    Für den also, der eins ist mit dem Schöpfer und Eigentümer auch des Natürlichen, sind Wunder tatsächlich natürlich.
    Im Glauben ist das Wunder Standard.
    Schade nur (und Unheilsam), dass seit der Aufklärung diese Weisheit immer mehr verschüttet wird und dem begrenzten menschlichen Wissen der Vorzug gegeben wird.

Deine Meinung?!