Jäger und Sammler

21. Mai 2010

Laue Sommerabende. Flohmarkt-Atmosphäre im Stadtviertel. Freunde treffen. In Schätzen wühlen. Staunen über die reichen Nachbarn von gegenüber. Die besten Beutestücke begeistert nach Hause schleppen. (Und die Eltern schocken…)

Mit einem Wort: Sperrmüll. Zumindest so, wie ich ihn aus meiner Kindheit kenne.

Dann kamen die personalisierten Abfallkarten. Und machten Sperrmüll zu einer hochindividualistischen Angelegenheit. Seitdem muss jede Abfuhr akribisch geplant und angemeldet werden. Bestenfalls tun sich drei, vier Haushalte zusammen. Aber kein Vergleich mit früher.

Und trotzdem: Genau inspiziert werden die ausrangierten Habseligkeiten immer noch. Kaum stehen sie vor der Tür, fahren im Minutentakt voluminöse Kastenwägen vorbei, denen semiprofessionelle Trupps in Arbeitshandschuhen entsteigen. Entweder fragt man sich fieberhaft, wie die eigentlich Bescheid wissen können. Oder man macht sich nüchtern klar, dass es auch in deutschen Landen so was wie Korruption gibt. Eine kurze Info aus dem städtischen Büro reicht ja…

Abzuholen gab’s aber auch so noch genug für die Stadt.

 

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