Im System

20. September 2008

Dave hatte Recht: Den Roman »Im System« von Doro Wiebe muss man in einem Zug durchlesen. Eine eindrückliche Mischung aus den Klassikern »Die Firma«, »Die Welle« und »Das Experiment«. Die Protagonistin Renata erhält überraschend eine Stelle beim neu gegründeten »Weltkurier«. Alles läuft perfekt – abgesehen von einer merkwürdigen Regel, an die sich alle Mitarbeiter strikt halten. Wobei – wenn man es genauer betrachtet, macht das System doch durchaus Sinn…

Vor allem in der Endphase wirkt der Plot etwas übertrieben. Die Geschehnisse werden vorhersagbar. Doch gerade dadurch verstärkt sich die entscheidende Aussage. Die konsequent durchgehaltene Ich-Perspektive sorgt, kombiniert mit einer retrospektiven Schilderung, für bleibende Dramatik.

Mir ist bei der Lektüre neu deutlich geworden: Christlicher Glaube geht nicht ohne christliche Freiheit. Wo eine Predigt manipulatorische Züge annimmt, sollten wir ganz wachsam werden. »Freiheit« heißt dabei nicht »Ungebundenheit«, sondern – im Gegenteil – Bindung an Christus. Aber gerade dieses enge Verhältnis hat zur Folge, dass keine Macht dieser Welt ihre Macht behält. »Wer sich vor Christus beugt, kann vor Menschen aufrecht stehen.« Ein lohnendes Lebensmotto, finde ich!

 

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